Wenn ein Stuhl leerbleibt

Shownotes

Was kann man sagen zu einem Menschen, der trauert? Und was auf gar keinen Fall? Und – tun sich Gläubige beim Trauern leichter als andere? Julia Fröder spricht mit Gemeindereferentin Eva Schitthof und Diakon Andreas Schlösser aus dem Arbeitskreis „Trauer“ im Pastoralen Raum Andernach über den Umgang mit Tod und Trauer, über hilfreiche und weniger hilfreiche Reaktionen von Angehörigen und Freunden sowie über die Bedeutung von Ritualen. Außerdem geht es um die Frage, wie Trauerbegleitung konkret aussieht, warum Trauer kein Verfallsdatum kennt und weshalb Hoffnung und Schmerz einander nicht ausschließen.


Links zur Folge:

Die Trauerpastoral im Pastoralen Raum Andernach des Bistums Trier.

Weitere Angebote für Menschen in Trauer im Bistum Trier.

Rund um die Uhr da für Menschen in Not, kostenlos und anonym: die Telefonseelsorge (0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 oder 116 123).


Das Archiv mit allen Folgen von "himmelwärts und erdverbunden" gibt's hier.


Feedback gerne auch unter podcast@bistum-trier.de.

Transkript anzeigen

00:00:04: Was ist das Schlimmste, was man einem Trauerenden sagen kann?

00:00:08: Und haben es Gläubiger eigentlich leichter beim Trauern?

00:00:12: Antworten darauf gibt's in dieser Podcastfolge mit mir Julia Fröder.

00:00:20: Himmelwärts

00:00:21: und Erdverwunden – der Podcast aus dem Bistum Trier

00:00:27: Da seien in Trauer lautet der Auftrag von Haupt- und Ehrenamtlichen im pasturalen Raum andernach, die sich für trauere Menschen auf ganz unterschiedliche Weise einsetzen.

00:00:37: Ich spreche heute mit der Gemeinderreferentin Eva Schittorf und Diakon Andreas Schlösser.

00:00:42: Sie sind Mitglieder des Arbeitskreises Trauer im pastuellen Raum Andernach.

00:00:47: Starten wir direkt mal mit einem Praxistip her Schlössa.

00:00:50: Was ist denn so das schrecklichste was man im Trauernden sagen kann?

00:00:56: Oder wird alles wieder gut?

00:00:58: Nein, es wird's nicht.

00:01:00: Ich sage mal wie das ist ein Schmerz mit dem man lernt umzugehen Stück für Stück jeden Tag und jedes

00:01:12: Jahr.

00:01:16: Andere sagen aber, ja die war doch schon zwei neunzig.

00:01:19: So ist das Leben!

00:01:20: Sei da froh dass sie so alt geworden ist.

00:01:22: also bin ich dann unnormal weil ich immer noch traurig bin.

00:01:26: oder wie sieht es aus?

00:01:27: Also es gehört dazu.

00:01:29: Es wird vielleicht mit der Zeit dass man sich ein bisschen dran gewöhnt dass man weiß... Ich bin traurige und das is auch vollkommen in Ordnung Und ich finde beim Trauern gibt's kein richtig oder falsch Weil das macht jeder Eigen weil es auch nur diese eine Person ist, die ja dann für mich nicht mehr da ist.

00:01:49: Und wenn das nicht gerade jemand in einem ähnlichen Selbsterlebt hat können da viele auch gar nicht so mitempfinden was es natürlich auch schwer macht, weil man dann auch nicht so genau weiß was man sagen soll.

00:02:03: Und das verunsichert beide Seiten, weil dieses floskelhafte tut mir total leid und herzliches Beileid.

00:02:11: Das will man nicht so sagen... Man will auch nicht fragen wie es dir geht, weil das ist einfach eine blöde Frage!

00:02:16: Ich weiß doch, dass es dir nicht gut geht?

00:02:17: So gleichzeitig will man ja sagen hier ich Ich bin da für dich, wenn was ist, erzähl's mir.

00:02:23: Zu sagen melde ich, wenn du mich brauchst?

00:02:26: Ist vielleicht schon mal eine erste Idee und gleichzeitig ist es ja die Person, die gerade trauert, die meldet sich nicht!

00:02:33: Ich habe es dann teilweise auch schon so gemacht, dass ich dann einfach vorher angerufen hab und gesagt hab hey... ...ich geh jetzt ein Kaffee trinken hast du Lust mitzukommen, dann hole ich dich in der Viertelstunde ab.

00:02:43: Und dann kann die Person immer noch sagen Ja weils mir grad gut tut oder auch sagen boh nee is'n mir grade alles zu viel.

00:02:50: Aber ich habe mich gemeldet und die Person muss nicht von sich herauskommen.

00:02:54: Und sagen, hey hast du mal Zeit für mich zum Reden oder so?

00:02:58: Sondern es ist so dieses Ich bin da!

00:03:01: Du kannst gucken was du damit machen

00:03:02: willst.".

00:03:06: Oh, da steht ja die Person.

00:03:13: Die hat gerade ihren Mann verloren und ihr Kind verloren.

00:03:15: Ich weiß das!

00:03:16: Einfach so drüber hinweggehen einfach so.

00:03:17: hi, alles gut ist auch schlecht.

00:03:21: am liebsten wird man sich ja unter dem Regal irgendwo verstecken.

00:03:24: was gibt's dafür Möglichkeiten irgendwie zu zeigen?

00:03:27: ich weiß du hast einen großen Verlust erlitten aber ich möchte jetzt die arme Person in der Supermarktkasse dann nicht aus der Fassung bringen?

00:03:36: Ich glaube ich würde es genauso auch ins Wort bringen und formulieren und sagen hey Kann mir total vorstellen, dass es dir grad super kacke geht.

00:03:44: Ich bin aber da für dich und ich will dir einfach sagen das ist mir unglaublich leidtut gerade um nicht solche Floskeln zu sagen auch zu sagen hier Das macht jetzt wahrscheinlich nicht besser Aber ich fühle mit ihr Und ich will, dass du weißt, wenn was ist.

00:03:58: Ich bin da und hör dir zu Wenn du das möchtest.

00:04:02: Herr Schlösser, früher gab es viele festgelegte Rituale.

00:04:06: War das damals dann irgendwie einfacher für Trauerende und für Leute die Trauernde kennen?

00:04:11: Weil man wusste genau mal hat irgendwelche gesellschaftlichen Vorgaben oder Kirchlichen nach denen wird gehandelt.

00:04:17: Also das positive daran finde ich dass ist einfach ein Gerüst ist.

00:04:20: was also wo sich Menschen daran orientieren können aber dadurch statt heute sehr vieles individuell geschieht auch Gefühle sehr unterschiedlich aussehen.

00:04:30: Also jede Trauer muss man einfach so ein bisschen anerkennen, ist ja auch sehr individuell.

00:04:34: Dadurch werden auch Trauerformen sehr individuelle... also ich bin auch so'n Typ einfach der gerne auf sowas reagiert und Menschen in ihrer Trauer versucht seine Brücke zu schaffen zwischen dem Gefühl und dem Ausdruck verleihen.

00:04:49: Ich hatte schon jetzt einige Taufen mit einem sehr tragödenhaften Hintergrund, wo der Vater kurz vor der Taufe seines Kindes verstorben ist.

00:05:00: Und wo wir dann nach Formen gesucht haben, gerade bei der Allerheiligenditternei, ist für mich so ein Anknüpfungspunkt, wo Menschen präsent werden können.

00:05:09: Also die Heiligen sind für uns die, die bei Gott sind und wir glauben von jedem, den wir verlieren dass er im Reich Gottes seinen Platz hat also bei den Heiligen.

00:05:17: Dann bei der allerheiligen Dittanei lad ich immer noch mal dazu ein das man in der Stille seines Herzens aber auch zum Ausdruck bringen kann, wenn jemand eine Kerze mitbringt wie jetzt der Vater des Kindes.

00:05:28: Der dann eben in Form einer Kerze mitten am Taufwecken war das wir kurz vor der Taufe entzündet haben also bei der Allerheiligen Nittanei dann konkret.

00:05:36: Das ist ne ganz neue Form die ist im Ritual nicht vorgesehen.

00:05:40: letztendlich.

00:05:41: aber es gibt Träume die wir schaffen können und da arbeite ich sehr gerne mit den Leuten um Formen zu entwickeln auch gerade diesen Schnittpunkt feste und trauer in einen Verbunden zu bringen.

00:05:54: Also da arbeite ich sehr gerne dran, bin da sehr experimentierfreudig.

00:05:58: Ich versuche da immer wieder den Menschen Brücken zu bauen und zu sagen also das Leben mit dem Verstorbenen ist nicht vorbei sondern die Beziehung ist das was bleibt.

00:06:08: Und Auferstehungen hat etwas mit Liebe zu tun.

00:06:10: und Liebe verbindet.

00:06:12: Die Aufersteinung ist der Ausdruck der liebe Gottes zum Menschen Auch wenn wir biologisch sterben müssen, also das hat uns Gott nicht versprochen.

00:06:21: Dass wir nicht biologische sterben müssten aber dass Gott da ist und aus dem Tod das neue Leben erschafft.

00:06:27: Da ist unser Kern der Verkündigung und den kann man immer wieder Ausdruck verleihen.

00:06:31: Und was die Form war, ist in den Jahren des Jahrtausend sechsundzwanzig dann mal eine andere.

00:06:37: Also da dürfen wir ruhig offen sein und auch experimentieren vor allen Dingen auch in das Innere hinein hören.

00:06:42: Was würde mir in dieser Situation vielleicht helfen um den Menschen einfach etwas anzubieten?

00:06:47: Ich weiß gar nicht, woher das kam.

00:06:49: Die Witwe muss ein Jahr schwarz

00:06:50: tragen.".

00:06:51: In manchen Köpfen ist es noch drin aber ich dürfte ja auch am nächsten Tag was Buntes tragen wenn ich denke mir tut das gut!

00:06:58: Also grundsätzlich sage ich immer wieder also die auf die Ursprünge zu gucken wo kommen Beerdigungsrituale her?

00:07:05: Wir haben hier mit den ältesten Ausdrucksformen in Krisensituationen zu tun.

00:07:10: Also daraus hat sich vieles entwickelt und ein Trauerjahr war ja vom Ursprung her eigentlich als Entschleunigung für die Angehörigen gedacht, also das heißt sie wurden gesellschaftlich erst mal ein wenig in Ruhe gelassen.

00:07:23: Das Schwachs war ja nur eine Signalfarbe.

00:07:26: Da ist jemand in Trauergebitte respektvoll mit den Menschen um.

00:07:29: Also durfte nicht über einen gesprochen werden, also nichts Schlechtes wurde teilweise sogar Steuer ausgesetzt... Also wer mir jetzt auf mittelalterliche Kontext so guckt weil die Familie einfach auch in einer ganz besonderen Ausnahmesituation war und das heißt eine Gemeinschaft hat die Trauer mitgetragen.

00:07:44: Das ist eine positive.

00:07:45: an so einer Trauerform, an so ner Vorgabe sage ich mal, was aber dann schlecht wird ist wenn es zu einer Zwangshacke wird.

00:07:53: Also das heißt eine gesellschaftliche Zwangsjacke, eine Norm die irgendwann den Bezug zum Ursprung verliert also das positive Gerät außer Acht.

00:08:01: Dann wird es zur Belastung.

00:08:03: wenn aber der Ursprungs noch mal klar ist dann kann unheimlich hilfreich sein auch für Menschen.

00:08:09: und wir merken halt eben heute ist der Trauer ja völlig außer Aacht gelassen.

00:08:12: in der Gesellschaft spielt es keine Rolle mehr.

00:08:15: Heute ist die Beerdigung, morgen muss man wieder voll funktionstüchtig auf der Arbeit sein.

00:08:19: Und da ist auch so eine Form wo ich Menschen immer wieder versuchen möchte auch Hilfe zu geben in diesen Alltag wieder reinzukommen vor allen Dingen auch mit der Bewältigung von Stress.

00:08:30: heute ist die Stressbelastung für Menschen oft sehr viel größer als das es früher der Fall war wenn man sich früher viel mehr auf eine Sache konzentrieren konnte und mit seinem Sohn sein auch Dasein dürfte.

00:08:41: aber heute sind Menschen unterschiedlichsten Druckformen ausgesetzt und das kann auch sehr belastend sein.

00:08:48: Und genau da ist auch Trauerpastoral immer wieder wichtig, ich denke dass da Kirche unheimlich viele Möglichkeiten bieten kann wenn wir offen dafür sind.

00:09:00: Haben Sie denn das Gefühl kirche wird in dem Belangen auch noch angefragt also als Expertinnen oder Experten?

00:09:06: Oder ist es oft mit den Bestattungsinstituten und das läuft dann alles so seinen Gang?

00:09:12: Also ich habe meulich mal gesagt, dafür dass die Kirche laut Studien am Rande der Bedeutungslosigkeit oder schon bedeutungslose ist.

00:09:21: Da hab' ich mich tatsächlich, aber soll mich unabredig gesammelt, warum muss ich dann so viele Stunden schaffen?

00:09:25: Und da muss sich auch einmal ehrlich sein... Die Relevanz der Kirche misst sich nicht jetzt glaube ich an großen Zahlen sondern wie bin ich als Kirche hier vor Ort unterwegs?

00:09:35: Daran misst dich die Relevance!

00:09:38: Und ich kann nicht sagen, dass hier im Raum Kirche unrelevant ist.

00:09:43: Also wenn ich gucke in wie viele Gruppen Ich unterwegs bin und dann die unterschiedlichsten Kontexte In diesen Gruppen sehe also bei einem Jolloch wird der Nachbarschaft, da sind Menschen die haben geheiratet.

00:09:54: Da sind Menschen, die haben ihre Kinder zu Taufe gebracht.

00:09:57: Das sind Menschen ,die jemand verloren haben.

00:09:59: und wenn man dann so von Tisch zur Tisch geht um für die Menschen mal Kurzzeit handelt ist man auch immer wieder in den Kontexten drin.

00:10:05: aber man ist auch darüber hinaus gefragt.

00:10:07: oder zum Beispiel wenn die Feuerwehr eine Krise gerät weil was Schlimmes passiert ist wo Seelsorge an die fragt wird also die hier vor Ort und hier vom Ort kommt.

00:10:16: Also da können wir ja nicht mehr von Unrelevanz sprechen sondern ich finde dass wir hier einander nach sehr relevant sind.

00:10:21: Damit meint man den ganzen Raum, also Kirche ist gefragt in vielen Lebensbereichen und ich sage mal auch wir haben dazu gelernt es ist ja mehr die kirche der fünftiger sechziger jahre.

00:10:31: auch wir Haben unsere Korsette mal zum lüften an die lufte hängen und auch mal geguckt ob mit ihr überhaupt noch brauchen.

00:10:37: Also da hat sich ja ganz viele wandeln.

00:10:39: also wollen keine korsette verteilen sondern Menschen zum leben verhelfen so wie Jesus sagt was willst du dass ich dir tue nach diesem motto zu handeln um vor allen Dingen das sie wieder am lebenden menschen teilnehmen Und dafür sind Menschen sehr dankbar.

00:10:52: Es steht jetzt fast schon wieder an, Heiligabend, Silvester – wo es vielleicht nochmal besonders auffällt, dass da ein Stuhl leer bleibt?

00:11:01: Wie gehe ich damit um?

00:11:02: Es gibt hier einen besonderen Gottesdienst seit einiger Zeit!

00:11:05: Das könnte eine Möglichkeit sein oder Frau Schittoff?

00:11:07: Genau wir haben den Weihnachts-Gottesdienst für Trauerende am Heilig Abend weil's eben genau dieses Gefühl gibt wie ja feiern und Oder fröhliche zu singen fühlt sich aber komisch an, wenn Herztsmenschen nicht mit am Gabentisch sitzen.

00:11:23: Und dieses Gefühl wollten wir gerne aufgreifen und deshalb feiern wir jetzt zum dritten Mal eben jeden Gottesdienst auch an Heiligabend um den Leuten einen Raum zu geben die am Trauern sind Die Menschen vermissen egal ob sie in diesem Jahr oder auch Jahre vorher ein geliebten Menschen verloren hat, der eben zu solcher geprägten Zeit dann besonders vermisst wird.

00:11:46: Weil eben ein Stuhl leer bleibt wenn sich die Familie trifft auch da genau so einen Ort zu schaffen wo man erinnern kann, Weihnachten feiern kann, weil es eine der größten Hoffnungsgeschichten ist die wir in unserem Glauben feiern können dass eben dieses Licht in unsere Welt und unsere Dunkelheit kommt.

00:12:08: Und wir keine Angst haben brauchen das wir nicht mehr glücklich sein können sondern dass da jemand zu uns kommt der uns Licht der uns Hoffnung geben will dass es weiter geht auch wenn sich in dem Moment gerade nicht so

00:12:20: anfühlt.".

00:12:21: Sie sind beide Theologen?

00:12:23: Gläubige, dann müssten sie doch gar nicht traurig sein wenn jemand stirbt.

00:12:27: Mit ihrer Hoffnung mit der frohen Botschaft müsste ja also ganz easy sein oder nicht?

00:12:34: Also ich denke Trauer gehört dazu und auch Weinen.

00:12:36: Also Jesus ist da auch hier weint.

00:12:38: Das dürfen wir auch nicht vergessen.

00:12:39: Also also ein lazeres Weint aber mit welcher Hoffnungen gehen wir durch unsere Trauer?

00:12:45: Also meine Hoffnung ist die.

00:12:47: Das ist das, was ich bei der Erdigung immer wieder sage und wovon ich auch lebe.

00:12:51: Wenn ich Auferstehung ein Stück greifbarer für uns machen will, mache ich immer in Hand der Liebe.

00:12:56: Die Liebe will das Leben so.

00:12:59: Und es ist immer wichtig, dass ich mir selber sage gerade, weil ich habe jetzt in meiner Familie auch einige verloren also auch im Flutkontext die dann im Nachgang auch gestorben sind, weil zu einschneidenes Erlebnis war Aber dass man nicht trauert, wie die, die keine Hoffnung haben.

00:13:15: So wie Paulus sagt, sondern wir haben die Hoffnung.

00:13:17: und mir immer wieder selber sage also auch ich muss eines Tages diese Welt loslassen – auch den Menschen, die ich liebe.

00:13:24: Aber es geht weiter!

00:13:25: Und die Perspektive ist für mich immer warum glauben wir nur an Gott?

00:13:30: Und fangen nicht an ihm zu vertrauen.

00:13:32: Das heißt so allumfassend zu vertauen.

00:13:34: Wenn Gott uns versprochen hat und zugesprochen hat das wir leben werden, warum fangen wir nicht an dem zu vertrauen?

00:13:41: Und da ist für mich auch Maria ganz wichtig, die ebenfalls unterm Kreuz stand und als Begnadete ihren Sohn am Kreuz hat Sterben sehen auf eine grausame Art und Weise.

00:13:51: Aber im tiefsten Inneren darauf vertraut hat auf die Zusage Gottes eben das Erleben und Auferstehen wird.

00:13:58: Wenn wir einen Teil durch die Taufe an seinem Leben, an seinem Tod und seiner Auferstimmung haben dann dürfen wir weinen aber mit der Hoffnung dass wir leben werden.

00:14:09: Und für Sie ist der Glaube auch eine Ressource, die dann auch in Falle einer Trauer greifen kann?

00:14:15: Auf jeden Fall.

00:14:16: Also Glaube gibt ganz viel Hoffnung und für mich gehören ähnlich wie für den Hans Schlasser auch Glaube-Hoffnungen und Liebe ganz eng zusammen weil es unglaublich viel Kraft gibt und ich mir auch nie vorstellen kann dass sich die Menschen, die ich liebe nicht mehr wiedersehen werde.

00:14:32: Und wie weiß ich, ob meine Trauer noch normal ist?

00:14:36: Kann ich titschibitiv fragen.

00:14:37: Gibt's da verlässliche

00:14:38: Antworten?".

00:14:39: Also ich vertraue da einmal einen gesunden Menschenverstand.

00:14:43: also wenn man merkt dass man vom Leben immer mehr abgeschnitten wird in diesem Tod bleibt.

00:14:48: Also erst mal merken wir das selber.

00:14:50: aber auch ein Umfeld wenn es denn sensibel ist also gerade wenn gut der Freundeskreis hat ist immer wichtig für alle Lebensfragen Wenn die merken, da geht was schief dass Menschen da sind, die einem auch dann auf dem Weg helfen oder zur Seite stehen.

00:15:07: Deshalb bieten wir auch die Möglichkeiten an, also wo Menschen auch nochmal reflektieren können über ihre jeweilige Trauersituationen.

00:15:15: Wann ist eine Trauer unnormal?

00:15:16: Wann isst sie normal?

00:15:17: Ich glaube, da verlasse ich mich lieber auf den Menschenverstand der einem selber die Wahnsignale dann auch gibt und einem guten Umfeld das um einen rum

00:15:26: ist.".

00:15:27: Wie sieht denn so ne Begleitung aus?

00:15:29: Also ich melde nicht bei Ihnen weil ich sage, ich habe vor... Es ist wahrscheinlich egal, letzte Woche jemand verloren oder vor zwei Jahren.

00:15:35: Ich glaube ich brauch da einfach nochmal eine andere Perspektive und eine andere Person mit der ich darüber reden kann.

00:15:41: Mir ist es unangenehm oder ich möchte meinen Angehörigen irgendwie nicht auf den Nerven gehen weil mein Vater schon vor zwei Jahre gestorben ist und ich fange jetzt schon wieder damit an.

00:15:50: Was erwartet mich bei Ihnen?

00:15:51: Das ist auch ganz personenabhängig.

00:15:53: Also es ist erstmal so, dass wir einfach da sind und zuhören und einfach ein offenes Ohr anbieten und dann ins Gespräch kommen und dann kommt schon irgendwas und daran anzuknüpfen und zu schauen weil Trauer eben ein Prozess ist.

00:16:08: Und diesen Prozess versuchen wir so gut wie es können zu begleiten.

00:16:14: vor drei Monaten, vor zwei Jahren oder wie auch immer passiert ist.

00:16:18: Da gibt es kein zu lange oder zu kurz – da schaut jeder, wie's für sich stimmig ist und da einfach dabei zu sein mit dabei zu begleiten das ist dann unsere Aufgabe vielleicht eben mitten ein bisschen Abstand zur Familie Wenn wir jetzt dann auch die Personen, die verstorben ist vielleicht gar nicht unbedingt kennen.

00:16:39: Das kann ja auch manchmal hilfreich sein und eben mit der Perspektive das es da eine Hoffnung gibt.

00:16:46: Muss ich meinen Taufschein mitbringen?

00:16:48: Nein!

00:16:49: Die Begleitung ist für alle offen, die denken, ich brauche mal irgendjemanden, mit dem ich drüber sprechen kann.

00:16:55: Jetzt sagen wie ich als Angehöriger hatte eigentlich noch ne offene Rechnung klingt jetzt hart aber noch ein Konflikt, der nicht bereinigt wurde Und jetzt ist derjenige tot, was mache ich denn dann?

00:17:06: Also da kann ich auf meiner Praxis tatsächlich darauf zurückgreifen.

00:17:10: Auf diesen Moment und zwar... Da ist es möglich gut zuzuhören.

00:17:13: Mein Gegenüber gibt mir Formen vor die ihm

00:17:16: helfen

00:17:16: würden.

00:17:17: Meine Aufgabe ist es dann diese zu heben also ihm die als Möglichkeit anzubieten.

00:17:23: über ein Jahr habe ich mit jemandem regelmäßig telefoniert und er fand die Form messen bestellen ganz wichtig hat dann Messen bestellt oder Angebot, wir treffen uns auf dem Friedhof am Grab.

00:17:35: Kein Thema!

00:17:36: Der Mensch hat Formen in sich drin.

00:17:38: aber wenn wir selber im Prozess drinnen stecken haben wir oft das Problem diese Lösungen zu heben und auch die Versöhnung in diesem Fall zu schaffen.

00:17:47: Aber wenn wir die noch mal geschenkt bekommen als Möglichkeit kann es unglaublich hilfreich sein.

00:17:53: Also die Lösungen stecken im Menschen immer selber drin.

00:17:56: Unsere Aufgabe ist es nur diese zu hebeln mit Marker zu markieren.

00:18:00: Also es ist dann leider gar nicht so, dass ich mit drei Fragen zu Ihnen komme und Sie beantworten mir die einfach zack-zack.

00:18:07: Nee, ich glaube nicht, dass wir die Antwort auf alles haben!

00:18:10: Wir können Angebote machen was es vielleicht leichter macht und versuchen gemeinsam rauszufinden, was das sein kann

00:18:18: Und ich glaube deswegen machen sie auch verschiedenste Angebote – auch generell an Veranstaltungen rund um das Thema Trauer dass man eigentlich für jede Zielgruppe, viele Personen irgendwie was findet.

00:18:30: Vor allen Dingen schaffen diese Projekte auch immer wieder das Trauer zum Leben dazugehört in unterschiedlichen Formen.

00:18:37: Trauer darf man nie aus dem Leben ausklammern.

00:18:39: Ich glaube es ist der größte Fehler den man machen kann und Trauer ist sehr vielfältig.

00:18:44: Traur existiert in den verschiedensten Lebenskontexten und ich finde es wichtig genau da Kirche ihren Platz hat weil wir haben etwas anzubieten Zumindest mal seit zweitausend Jahren.

00:18:55: Seit gut einem Jahr gibt es ein neues Bestattungsgesetz in Rheinland-Pfalz.

00:18:59: Urnen können im eigenen Garten verkraben werden, Flussbestattungen im Rhein sind möglich oder aber auch dass die Urne auf meinem Kaminsims steht.

00:19:08: Wie hier sieht da die Bekleidung von katholischer Seite aus?

00:19:12: Können wir einen Gottesdienst in meinem Garten feiern?

00:19:15: oder wie sind da die Bestimmungen?

00:19:17: Also im Trauergottesdienst im Gachten haben wir uns darauf geeinigt, dass das nicht stattfindet.

00:19:22: Aber Trauer Gottesdienst in der Kirche und dann halt eben die Verabschiedung der Ohne oder des Sarges?

00:19:29: Wir bieten schon unser Dasein da an also unsere Begleitung.

00:19:32: bis zu einem gewissen Punkt mitgehen können wir ja aber keinen Ritus mehr vollziehen.

00:19:38: Da drauf haben wir es damals in der Kommission geeinigt, dass es nicht statt findet weil es eben unserer Überzeugungen widerspricht.

00:19:46: Dann zum Abschluss noch.

00:19:47: Die dunkle Jahreszeit ist da und die Stimmung wird gedrückter, man trifft nicht mehr so viele Leute draußen und da überkommt es einen vielleicht nochmal eher wer fehlt in meinem Leben?

00:20:01: Wer ist nicht mehr da?

00:20:02: Wen hätte ich jetzt gerne angerufen?

00:20:04: Was sind dann so ein paar Sachen wenn man sagt damit kann ich mir was Gutes tun wie komme ich gut dadurch?

00:20:11: Es hilft, einen Ort zu haben wo man einfach mal sein kann.

00:20:14: Da bin ich wieder beim Thema Ritual.

00:20:16: ob das ist dass sich mir eine Kerze anzünde in Tee oder ein Kaffee mache und mich einfach nochmal wohlfühle und die Erinnerung in meinem Herzen aufrechterhalte mich an Momenteerinnere auf den Friedhof gehe und Menschen noch einmal besuche und da auch ne Kerze abzuzünden Einfach ja dass die menschen dass die Beziehung zu den Menschen nicht verloren geht, dadurch sie nicht mehr da sind.

00:20:40: Sondern das es weitergeht und diese Erinnerungen im Herzen bleiben

00:20:45: darf.".

00:21:02: Also meine Erfahrung, meine Überzeugung ist, dass jeder ein Mensch ja nie weg ist.

00:21:06: Sondern die Beziehung ändert sich nicht aber das Beziehungsgeschehen.

00:21:11: Mein Angebot ist Menschen in der Veränderung der Beziehungen zu unterstützen.

00:21:16: Das ist für mich so der Schlüssel um Menschen zu helfen sich selbst zu entspannen vor allen Dingen den Mut aufzubringen dieser Situation auch zu begegnen.

00:21:25: Also Feuer muss man manchmal auch aushalten.

00:21:28: Ich glaube, für mich ist ja gerade dieses Gefühl von Feuer, also das brennt so in mir und dann mal zu schauen... Da ist für mich eben der Evangelium vom Emmaus brannte nicht unser Herz!

00:21:40: Und ich glaube dass da vielleicht ein Schlüssel liegt um mit Menschen auch weiterhin einen Weg zu gehen.

00:21:46: aber wie gesagt wenn ich den Segenspender am Grab sage, der Herr führe euch den Weg zum Leben zurück.

00:21:52: Es ist auch ein ganz wichtiger Schritt, da Menschen hinzuhelfen und nicht an der Schwelle des Todes stehen zu bleiben.

00:22:00: Vielen Dank Ihnen weiden!

00:22:02: Weitere Informationen über die Trauerangebote des pastoralen Raums andernacht gibt es in den Shownotes.

00:22:08: Da steht auch die Nummer der Telefonseelsorge, die «Firnzwanzig Sieben» ein offenes Ohr hat.

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