Wie die Kinder!?

Shownotes

„Werden wir die Kinder“ – das erklärt Jesus ja mehrfach zu einer Voraussetzung dafür, dass Menschen ins Himmelreich kommen. Altfried Rempe überlegt in dieser Folge, wie das gemeint sein könnte: von den und mit den Kindern Neues lernen? So, wie Kinder ihren (Groß)Eltern das Smartphone erklären? Das übrigens auf ziemlich (hinter?)listige Weise beim kindlichen Lernen andockt, um uns an sich zu binden, unsere Aufmerksamkeit zu fesseln - die dann wiederum den Kindern abgeht … klingt komplex? Ist es. Nach dieser Folge ein bisschen weniger.


Links zur Folge:

Das erwähnte Buch von Florian Heinen und Jörg Noller:
Florian Heinen und Jörg Noller: Das digitale Kind. Die unheimliche Verwandtschaft zwischen den neuen Medien und dem kindlichen Gehirn, Sachbuch. C.H. Beck, München 2026.

Und hier das mehrfach zitierte Interview mit Heinen und Noller - allerdings hinter der Bezahlschranke.


Das Archiv mit allen Folgen von "himmelwärts und erdverbunden" gibt's hier.


Feedback gerne auch unter podcast@bistum-trier.de.

Transkript anzeigen

00:00:04: Werden wie die Kinder, das erklärt Jesus mehrfach zu einer Voraussetzung dafür, dass Menschen ins Himmelreich kommen.

00:00:12: Ist schon ein bisschen komplex und wird sich gleich als noch komplexer erweisen.

00:00:17: Wie also werden wir die Kinder?

00:00:20: Ich bin Altfried Rempel, Pastoralreferent und freier Mitarbeiter bei Himmelwärts & Erdverbunden.

00:00:36: Ich habe lange gebraucht, bis ich einigermaßen glaubte verstanden zu haben was Jesus davor schlägt.

00:00:43: Wenn ihr euch nicht ändert und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich hineinkommen?

00:00:49: Wer sich so klein macht wie dieses Kind der ist im Himmelreich der größte!

00:00:54: Da hatten sich seine Leute gerade mal wieder gekabbelt – wer von ihnen denn wohl der Größte sein wird im

00:01:00: Himmelreich?!

00:01:01: Und Jesus ruft einen Kind herbei, stellt es in die Mitte und fordert von seinen gerne größten Jungs klein werden wie ein Kind.

00:01:11: Die eigene Rolle weniger wichtig nehmen, sich selbst richtig einschätzen statt vorzudrängen.

00:01:18: Na gut habe ich gelernt – solche moralischen Hinweise sind ja schon wichtig für ein friedliches Miteinander auch im Alltag sogar bei der Arbeit!

00:01:27: Wie schön wenn ein Chef oder eine Chefin eher auf Augenhöhe agiert als von oben herab….

00:01:34: Allerdings ist Chef deswegen geworden wie ein Kind.

00:01:40: Andere Szene, die Leute wollen ihre Kinder zu Jesus bringen damit er sie segnet.

00:01:46: Seine Apostelfreunde weisen Sie zurück!

00:01:49: Jesus soll endlich mal Ruhe haben und sie brauchen die vermutlich auch für sich selbst.

00:01:54: Aber Jesus ruft die Kinder zu sich und sagt lasst die Kinder mehr kommen hindert sie nicht denn für Menschen wie sie steht Gottes neue Welt offen.

00:02:05: Ich versichere Euch, wer sich Gottes neue Welt nicht schenken lässt wie ein Kind mit Niemalshineinkommen.

00:02:12: Peng!

00:02:13: Haben die Jünger hoffentlich etwas darüber gelernt, wie das geht mit dem Himmel?

00:02:17: Kein Besitz?

00:02:19: Nichts zum Festhalten und Verteidigen?

00:02:22: Du musst mit offenen Augen und Ohren drauf zugehen – neugierig sein auf die Welt und auf deine Umgebung ganz offen bleiben wie ein kind und dich beschenken lassen.

00:02:31: Dann entdeckst du das himmelreich und seine Spuren schon jetzt und hier.

00:02:36: Manchmal ganz in Ruhe, aber auch in der unruhigen Welt wie sie nun mal ist – und diese Entdeckung wird dich schließlich zu einem Teil von Gottes neuer Welt

00:02:45: machen.".

00:02:48: Zwei Seiten also von werden wie die Kinder.

00:02:51: eher unüblich damals in einer Gesellschaft, die auf die Kinder noch mehr hinunterblickte als die heutige?

00:02:57: Letzte Woche erst in der Lokalzeitung eine Debatte über ein Restaurant das keine Kinder unter acht oder neun Jahren bewerten mag!

00:03:05: kannst du schweigen von Hotels und Spars, Fitnessstudios die auch noch Reklame machen mit No Kids oder Adults Only.

00:03:16: Wer soll denn bitte mal eure Renten bezahlen?

00:03:19: Aber das wäre eine andere Geschichte.

00:03:22: Gerade habe ich entdeckt dass dieses werden wie die Kinder auch eine hoch kommerzielle Seite hat.

00:03:29: Und das ausgerechnet in der Diskussion über Altersgrenzen bzw.

00:03:33: Altersfreigaben für Smartphones.

00:03:37: Die Teile sind ja wirklich ein Problem, höre ich immer öfter und bin froh über die Gnade der frühen Geburt unserer Söhne.

00:03:43: In deren Kindheit und Jugend gab es noch lange keine Smartphones – nicht mal die Nokia-Knochen oder ähnliches Zeug.

00:03:51: Ganz ohne Altersgrenzen!

00:03:53: Und auch wir Erwachsenen sind ja lange ganz ohne ausgekommen.

00:03:57: Fanden schon einen Fortschritt am Telefon auf Tasten zu drücken statt an der Wählscheibe zu drehen?

00:04:05: Hochkommerzielle Seite, habe ich gesagt.

00:04:07: Und jedenfalls verändert das Smartphone und wie die Menschen damit umgehen – die Gesellschaft weltweit.

00:04:14: Entdeckt haben mir das der Kinderneurologe Florian Heinen und der Philosoph Jörg Noller in ihrem neuen Buch Das Digitale Kind.

00:04:24: Nähere Angaben dazu und zu Ihrem Interview findet ihr in den Show notes.

00:04:42: Ein

00:04:50: Gerät, das im ländlichen Ostafrika genauso benutzt wird wie in München, Shanghai oder New York muss in uns Menschen etwas Grundlegendes ansprechen.

00:04:59: Das führt uns zu einer Passung von Technik und Biologie.

00:05:03: Das führt zum Ursprung unserer menschlichen Biologie, der heißt Kindliche Entwicklung.

00:05:08: Und hier sehen wir in den ersten Lebensmonaten ein Kind kann zeigen bevor es Mama und Papa sagen kann – die Umwelt versteht das Zeigen sofort!

00:05:18: Das ist frühe Biologie der Kindheit Das ist Gehirn und Hand.

00:05:22: Und damit landen wir genau dort, wo wir das Smartphone bedienen – bei Daumen, Zeigefinger, Tippen, Wischen, Spreizen und Scrollen.

00:05:30: Das

00:05:30: spreche ein motorisches Repertoire aus der eigenen frühen Kindheit an.

00:05:35: Packe die Menschen in einer Zeit, an die wir uns alle nicht erinnern können... ...und ein wenig weiter sagt Heinen….

00:05:41: Wie

00:05:41: viel Biologie hier hineinspielt?

00:05:44: Die Hand ist der Teil des Körpers, an dem das menschliche Gehirn am direktesten dran ist.

00:05:49: Man sieht es bei Jugendlichen am Smartphone ganz eindrücklich – diese Eleganz, diese Geschwindigkeit mit der sie das Gerät bedienen als wäre es natürlich.

00:05:58: Das ist neu!

00:05:59: Es geht um die Nähe zwischen Feinmotorik auch kleinster Gesten und dem Gehirnen.

00:06:04: Etwas Ähnliches aus fast allen Religionen Die Gebetsperlen, die man durchzählt.

00:06:09: Den Rosenkranz oder auch die japanischen Netzuckefiguren als Handschmeichler.

00:06:15: Gerade weil das Smartphone so intuitiv in unserer Hand liegt und die Hand so nah am Gehirn ist müssen wir körperlich lernen damit umzugehen.

00:06:24: So wie wir lernen einen Stift oder ein Instrument richtig zu halten müssen wir lernen wann wir es weglegen Wann wir es aufnehmen Und wie wir uns ändern schon wenn es erreichbar neben uns liegt.

00:06:35: Ich finde das sehr geschickt.

00:06:37: Man könnte auch sagen raffiniert oder auch hinterlistig.

00:06:41: Und dass es eben kommerziell erfolgreich ist, ist ja auch klar.

00:06:44: Tippen, Wischen, Skrollen, Spreizen und Zugucken da nutzen diese Geräte frühkindlichste Erfahrungen.

00:06:51: die hat fast jeder Mensch gemacht und gespeichert auch ohne das nur zu ahnen so tief drin.

00:06:58: Diese Uhrimpulse oder Urinstinkte dieses Kindliche noch im Erwachsenen benutzt das kleine Gerät, um uns an sich zu binden und zu ketten.

00:07:08: So sehr dass ein Kind im Kinderwagen allzu oft keine Chance hat den Blick von Papa oder Mama aufsicht zu ziehen so sehr es sicher anstrengt.

00:07:17: Der Bildschirm versperrt den Zugang.

00:07:20: Die weltweite Pseudo-Welt schließ die Kleinen sogar aus der engsten Beziehung aus, die für sie da sein sollte Ausgerechnet mit einer Taktik Haptik, die die Erwachsenen gelernt und verinnerlicht haben als sie selbst so kleine Wesen waren.

00:07:36: Aber noch mit viel direkterem Zugang zu den eigenen Eltern und anderen Erwachsenden um sie herum.

00:07:44: Noch mal Florian Heinen

00:07:46: Ein Kind ist auf feinste Nuancen geeicht Sein Blick ist behutsam Den Anderen, den Menschen suchend.

00:07:52: Das Smartphone kann diese Interaktion empfindlich stören.

00:07:56: Dort wo der Kern von Bindung stattfindet Augenkontakt, Körperhaltung, Nähe, Berührung – genau dort agiert plötzlich ein dritter neuer Mitspieler.

00:08:06: Das Smartphone!

00:08:07: Und der agiert und fordert ununterbrochen Aufmerksamkeit.

00:08:11: Werden wie die Kinder kriegt da auf einmal einen ganz seltsamen Beigeschmack?

00:08:16: Weil Apple und Samsung und selbst das faire Smartphone und alle anderen weil sie das so schamlos ausnutzen… weil Facebook und Insta, TikTok und die ganzen anderen angeblich sozialen Medien genau damit die Menschen an sich und ihre angeblichen Wahrheiten binden sie in ihren Blasen gefangen halten.

00:08:36: Und den Blick auf die Welt und die Menschen und die Wahrheit versperren mit allen Folgen, die das in der Familie haben kann und in der Politik wo einige ja besonders geschickt damit spielen In der Schule, der Wissenschaft und immer mehr auch in der KI Künstliche Intelligenz heißt und die kindliche Intelligenz oft genug missachtet und verdrängt.

00:09:01: Was tun?

00:09:02: Heine und Noller wollen ja das digitale Kind befreien.

00:09:06: Kinder brauchen nicht mehr Digitalität schreiben sie, sie brauchen mehr Balance.

00:09:12: Könnten Sie lernen auch von den Erwachsenen wenn die mit der eigenen Unfähigkeit zur Selbstkontrolle ehrlicher umgehen würden?

00:09:19: Vielleicht sollten die Eltern die Kids bitten, sie auf einem gemeinsamen Lernweg zu begleiten.

00:09:26: Zu lernen wäre etwas Unbegrenztes – zu begrenzen!

00:09:30: So Heinen und Noller.

00:09:32: Digitale Technik nutzen ohne dabei die eigene Urteils- und Handlungsfähigkeit an Sie abzugeben.

00:09:38: Die entscheidende Frage ist also ob wir Autoren unseres eigenen Handelns bleiben.

00:09:43: Ach werdet wie die Kinder hatte so sinnvoll getönt.

00:09:46: Jetzt finden sich da so finstere Perspektiven.

00:09:50: Vielleicht auch, aber es gibt ja auch die ganz andere Erfahrung mit der Heinen und Noller im Interview

00:09:56: enden.".

00:09:57: Jede Familie kennt das!

00:09:58: Die Kinder werden gerufen um zu erklären wie man die neue Gerätegeneration zu bedienen und einzurichten hat – eine solche Konstellation hatte die Menschheit noch nie.

00:10:09: Immer hat die vorangehende Generation der Folgen dann beigebracht wie es geht gerade wenn es um Technik ging.

00:10:15: Doch da ist es ein bisschen anders gefärbt als im Jesus Wort, aber eben doch auch zuversichtlich oder sogar hoffnungsvoll.

00:10:22: Dass die Erwachsenen von den Kindern zu lernen haben – angefangen vielleicht bei Tippenklicken, Skollen, Wischen!

00:10:30: Aber das darf dann ruhig weitergehen wie die Kinder werden, vielleicht ja auch gemeinsam mit ihnen neugierig und offen für die Welt und ihre vielen Möglichkeiten.

00:10:40: Bereit auch mal Fünfe gerade sein zu lassen und sich selbst weniger wichtigzunehmen.

00:10:46: Da kann das ja doch anfangen, das Himmelreich zu entdecken und ihm allmählich näherzukommen.

00:10:53: Auch schon hier und

00:11:03: heute!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.