Ökumenische Schöpfungszeit im September

Shownotes

Jetzt, im Herbst, im Wald Hirsche röhren hören; oder bei einer Wanderung mehr über Pilze lernen: Die christlichen Kirchen laden im September zur Schöpfungszeit ein, mit vielen Veranstaltungen unter der Überschrift „Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?“ Der Mensch hat die Weite der Erde zwar exakt vermessen, meint Altfried Rempe in dieser Folge. Aber Gottes Auftrag, die Erde zu bebauen und zu bewahren, werden die Menschheit nicht wirklich gerecht. Dabei wäre angesichts der Weite der Erde Demut angebracht, die die Grenzen des Wachtsums und der Machbarkeit akzeptiert.


Links zur Folge:

Die Schöpfungszeit - international, in Deutschland und im Bistum Trier.


Das Archiv mit allen Folgen von "himmelwärts und erdverbunden" gibt's hier.


Feedback gerne auch unter podcast@bistum-trier.de.

Transkript anzeigen

00:00:04: Röhrende, brünftige Hirsche im Hochwald.

00:00:07: Manche verdienen, verlieren beim Duell um die Hirschkuh ihre Krone der Schöpfung.

00:00:12: Das zu sehen oder wenigstens zu hören lässt die Menschen vielleicht neu staunen.

00:00:18: Wäre ein guter Impuls in dieser Schöpfungszeit!

00:00:22: Aber es geht noch um ein bisschen mehr jetzt gleich.

00:00:25: Ich bin Altfried Rempe, Pastoralreferent und freier Mitarbeiter bei Himmelwärts & Erdverbunden Der Podcast aus dem Bistum Trier.

00:00:41: Auf den ersten Blick habe ich das Motto der Schöpfungszeit möglicherweise missverstanden, hast du erkannt wie weit die Erde ist?

00:00:51: Fragen die Kirchen sich selbst und natürlich alle anderen Menschen auch in diesem Monat.

00:00:56: Schöpfungszeit haben sie ihn genannt und noch ein wenig ausgedehnt vom ersten September genannt Schö Pfungstag Bis zum vierten Oktober.

00:01:06: laden sie weltweit ein, über Gottes Schöpfung zu staunen und viel besser als bisher für Sie Verantwortung zu übernehmen und für Sie zu sorgen.

00:01:17: Besonders in diesem Jahr am dritten Oktober vor achthundert Jahren ist Franziskus von Assisi gestorben der Heilige mit der ganz besonderen Liebe zu allem lebendigen und zur ganzen Erde die Gott den Menschen gegeben

00:01:31: hat.".

00:01:32: Unvergesslich, wie er unterwegs ist mit ein paar Brüdern und plötzlich stehen bleibt und sich niederhockt und einen Regenwurm aufhebt, der da über den Weg geschlängelt war.

00:01:43: Schaut ihn an, streichelt seine Rengelhaut, setzt ihn am Wegrand ab bevor noch jemand auf dich drauf tritt – und wandert weiter.

00:01:54: Ein Heiliger der Schöpfung!

00:01:56: Kein Wunder, dass der Papst ihn schon zwei Jahre nach seinem Tod heilig gesprochen hat….

00:02:02: Und angesichts dieses Heiligen Jetzt, also als Motto der Schöpfungszeit die Frage aus dem Buch E-Job in der alten Bibel hast du erkannt wie weit die Schöpfung ist.

00:02:17: Wie weit ist es mit ihr gekommen?

00:02:19: Seit dem neunzwanzigsten Juli sind die Ressourcen für dieses Jahr verbraucht – Für den Rest des Jahres lebt die Menschheit auf Umweltkredit!

00:02:27: Welt-Erschöpfungstag hat diesen Tag jemand genannt.

00:02:31: Alle Rohstoffvorräte verbraucht, alle Sauerstoff verbrannt und veratmet, alle CO² Lizenzen verschleudert.

00:02:39: Gut vier Wochen später erst hat die Schöpfungszeit der Kirchen begonnen – aber da verbrauchten wir schon seit dreieinhalb Tagen gemeinsam auch die Schätze, die die Erde und die Sonne und alle ihre Kräfte aus eigener Kraft nie wieder herstellen oder ersetzen

00:02:55: können.".

00:02:57: Die heute lebenden Menschen nehmen Kredit bei den kommenden Generationen, ungefragt natürlich.

00:03:04: Ganz ohne dass die Jungen oder gar die noch ungeborenen Leute zustimmen könnten.

00:03:11: und außerdem auch noch ungerecht – die im reichen Norden und Westen haben und verbrauchen ja sowieso viel zuviel und sie verschwenden gleich noch mehr als die Menschen in den Armengebieten im Süden machen weiter, obwohl nach dem heißen und trockenen Sommer fast überall nach heftigsten Unwettern und katastrophalsten Gletscher- und Bergabbrüchen mit vernichtenden Sturzfluten wie zuletzt in Nepal.

00:03:41: groß ist die Angst vor allem in Südamerika vor den größten El Nino aller Zeiten auch wieder leicht zu erklären als natürliche Phänomene.

00:03:50: Aber eben doch sicher auch verstärkt und begünstigt dadurch dass viele Einzelne viele Industrien, viele Staaten und ihre Kriege die Erde immer weiter verbrauchen und zerstören.

00:04:03: Obwohl also doch alle inzwischen sehen müssten wie weit es gekommen ist mit der ganzen Welt?

00:04:09: Da kommt die Schöpfungszeit nur ein paar Tage zu spät.

00:04:13: Sie erinnert daran dass es eigentlich noch viel schlimmer ist wie die Menschen die Erde verbrauchten.

00:04:19: ging es nur um den Kredit der nächsten Generation dann bliebe das ja sozusagen ein internes Problem der Menschheit, zurückzuzahlen erst wenn die meisten heutigen lange tot sind.

00:04:32: Aber in Wirklichkeit versagen die Menschen vor dem Auftrag den sie von Gott selbst erhalten haben.

00:04:39: Gott stellt die Menschen auf die Erde, erzählt die jüdisch-christliche Bibel damit Sie sie bebauen und

00:04:45: bewahren.".

00:04:46: Keine Rede von verbrauchen und leer zurückgeben, bestenfalls wie eine Pfandflasche.

00:04:52: Leichte Runde – there is no planet B!

00:04:57: Die Schöpfungszeit erinnert an diesen Auftrag und macht klar dass wenigstens die Christen Menschen und ihre Kirchen dringend zurück müssen zu ihrer Schöpfungsaufgabe um wieder im Einklang mit der Schöptung zu leben.

00:05:12: Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?

00:05:16: Das ist eigentlich leicht beantwortet.

00:05:18: Es ist sogar klar, wie weit der Mensch mit der Erde ist!

00:05:22: Alle Länder und Kontinente kathografiert die Meere und das ewige Eisvermessen sogar den Weltraum auf Millionen Lichtjahre genau beschrieben und die Atomkraft gebändigt – fast alles verstanden und erkannt also.

00:05:35: Die Menschheit hat die Welt in der Hand.

00:05:38: Na gut paar Ungerechtigkeiten zwischen einzelnen Menschen noch paar Kriege, Handelsstreitigkeiten zwischen Völkern und Regierungen – aber insgesamt doch alles im Griff.

00:05:49: Fühlt sich ein bisschen an als wären sie Herrinnen und Herren der

00:05:54: Schöpfung.".

00:05:55: Und genau das stellt die Schöpfungszeit der Kirchen infrage!

00:06:00: Sie ist zusammen mit dem biblischen Buch E-Job gegen die rein funktionalen Sichtweisen auf die Welt.

00:06:07: Gegen das Gerede von Ökosystemdienstleistungen Gegen die Versuche, die Krise und die Krisen rein technisch zu lösen.

00:06:16: Das greift ja schon technisch so kurz – aber auch theologisch!

00:06:21: Ihiops Frage bietet eine Erkenntnis an, die heute provokanter ist denn jemand.

00:06:26: Man könnte es nennen «die Dezentrierung des Menschen».

00:06:31: Gott erinnert rund um das Jahresmotto der Schöpfungszeit den Ihiop daran dass die Schöpfung weite Räume hat in denen es regnet wo kein Mensch.

00:06:41: Die Erde existiert nicht nur für uns.

00:06:44: Sie hat einen Eigenwert, weil sie Gottes Schöpfung ist – geliebt und erhalten unabhängig von ihren Nutzen für menschliche Zivilisation.

00:06:54: Gott sah das die Erde gut war heißt es ganz am Anfang der Bibel lange bevor er die Menschen in die Welt

00:07:01: setzt.".

00:07:03: Das fordert ein modernes Selbstbild heraus, dass die Menschheit oft als Zentrum des Universums begreift.

00:07:10: Anthropozentrismus heißt das und der wird an dieser Stelle sehr kritisch infrage

00:07:16: gestellt.".

00:07:18: Der Kern der Antwort, die Iyop damals finden muss ist Demut.

00:07:24: Oft wird Demut ja fälschlicherweise als Druckmäusertum verstanden – in der Bibel ist Demuth die mutige Anerkennung Und die Wahrheit ist doch, dass wir in ein sehr komplexes Beziehungsgeflecht eingebunden sind.

00:07:42: Wir können es zwar in gewisser Weise und bis zu einem bestimmten Punkt kontrollieren – aber in seiner ganzen Tiefe niemals vollens beherrschen!

00:07:52: Demut bedeutet, die Grenzen des Wachstums und der Machbarkeit zu akzeptieren.

00:07:59: Und diese Form der Demut führt dann in eine neue Form von Ehefurcht….

00:08:05: Wer erkennt, wie weit die Erde ist und wie klein er oder sie selbst darin steht betrachtet die Schöpfung weniger als Beute sondern vielmehr als heiliges Geschenk.

00:08:17: Die Schöpfungszeit soll dazu einladen das Staunen neu zu lernen.

00:08:23: Im Bistum Trier laden viele Gemeinden dazu in Gottesdiensten ein Und sicher gibt es auch viele andere Veranstaltungen vor Ort.

00:08:31: im Bistumskalender fallen mir einige besonders auf.

00:08:34: da geht es um den Saar-Kohlenwald in der Nähe von Saarbrücken, zwei Wälder sozusagen oder zwei Etagen von Wald.

00:08:43: Unterirdisch ein zu Steinkohle gepresster Sumpfwald aus der Zeit des Karbons.

00:08:50: Oberirdisch einen Wald mit Spuren der Menschengeschichte seit Jahrtausenden.

00:08:57: Oder neu sehen lernen kann wer am Foto Workshop im Wald bei Trier teilnimmt.

00:09:03: Und wenn die Hirsche im Nationalpark Saar-Hochwald brünftig röhren, entdecken manche beim Zuhören vielleicht auch das Matschogahabe einerseits Natur ist.

00:09:14: Aber eben auch manches stolz erhobene Haupt dabei Teile vom Geweih verliert – vielleicht ja auch die Krone der Schöpfung als die viele sich selbst noch gern sehen!

00:09:26: Neu staunen lernen sollte doch eher leicht fallen gerade nach dem heißen Sommer dieses Jahres.

00:09:33: Neu, staunen und wieder wirklich lieben lernen was Gott uns Menschen anvertraut.

00:09:38: dann könnten wir auch wieder noch besser für die Erde sorgen gleich im Haus und vor jeder eigenen Haustür aber natürlich auch auf Arbeit und in Schule und Kita.

00:09:50: Und am besten auch in der Stadt und gleich im ganzen Land beim Wählen und beim Mitreden.

00:09:57: eigentlich hast du doch erkannt Mensch wie weit die Erde ist Himmelwärts-und Erdverbunden überall, wo es Podcasts gibt.

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