In schweren Zeiten: Wir sind begleitet
Shownotes
Durch einen Unfall verlor sie aus dem Nichts ihren Mann und ihre beiden Kinder: Das ist die wahre Geschichte von Barbara Pachl-Eberhart. Sie durchlebte Schmerz, Trauer, Depressionen, Zusammenbrüche. Die heute 52-jährige hat sich aber auch neu verlieben können und ist für viele Menschen zu einer Anlaufstelle in Trauerfragen geworden, hat darüber auch ein Buch geschrieben, bietet Schreibseminare und Trauerkurse an. Was hat ihr geholfen, nach der Katastrophe weiterzuleben? Was gibt ihr bis heute Kraft? Und welche Rolle spielt für Sie der Glaube an Gott? Davon hat sie Christopher Hoffmann erzählt.
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Links zur Folge:
Die Internetseite von Barbara Pachl-Eberhart, ihr Account auf Facebook und ein kurzer Artikel über sie auf Wikipedia.
Ein längeres Porträt über Barbara Pachl-Eberhart im Online-Magazin "News" vom März 2026, anlässlich des Films "Vier minus drei" über ihr Leben.
"Wie ich mein Glück wiederfand" - Fernsehbeitrag (45 Minuten) über Barbara Pachl-Eberhart aus der Reihe "Menschen hautnah" (WDR, 2019).
Das Archiv mit allen Folgen von "himmelwärts und erdverbunden" gibt's hier.
Feedback gerne auch unter podcast@bistum-trier.de.
Transkript anzeigen
00:00:04: Durch einen Unfall verlor sie aus dem Nichts ihren Mann und ihre beiden Kinder.
00:00:09: Das ist die wahre Geschichte von Barbara Pachel Eberhardt!
00:00:14: Was hat ihr geholfen, nach dieser Katastrophe weiterzuleben?
00:00:17: Was gibt ihr bis heute Kraft – und welche Rolle spielt für Sie der Glaube an
00:00:22: Gott?!
00:00:23: Mein Name ist Christopher Hoffmann, ich bin Pastoralreferent-und Rundfunkbeauftragter am SWR Mistum Trier und die Begegnung mit Barbara Pahl Eberhart Die hat mich in meiner Profession als Seelsorger, aber auch ganz privat sehr berührt.
00:00:48: Barbara Pachel Eberhardt ist die Autorin des Buches «Vier minus drei».
00:00:53: Das wurde verfilmt und der Film lief im Frühjahr in den Kinos und ist jetzt gerade auf DVD erschienen!
00:01:07: Und ihre Kinder, Timo und Fini.
00:01:10: Alle drei hat die Österreicherin vor achtzehn Jahren bei einem schrecklichen Unfall verloren.
00:01:16: Barbara Pachel Eberhardt kann sich noch genau daran erinnern.
00:01:19: Grünen Donnerstag, den sonnigen Tag.
00:01:22: ein bisschen kühl aber durchaus strahlend!
00:01:25: Ich war gerade unterwegs, hatte mich in der Früh noch verabschiedet.
00:01:28: Fröhlich glücklich von meiner Familie, war bei einem Arztamin mit dem Auto ein bisschen weit entfernt und dann noch schnell im Supermarkt Ostereinkäufe machen.
00:01:38: Und gerade als ich ins Auto eingestiegen bin, hat mein Handy geleutet.
00:01:42: Das war die Tagesmutter meiner Tochter und am Ende der Leitung war da eine sehr brüchige Stimme, die nur gesagt hatte, es war ein Unfall mit einem Clown-Bus an einen
00:01:53: Bahnübergang.".
00:01:54: Der Clownbus – so hieß das Fahrzeug weil Barbara und ihr Mann Heli beide als Clowns gearbeitet haben!
00:02:00: Barbara als Krankenhausklauen in jedem Hospital, in das nun ihre Kinder eingeliefert werden und wo sie kurz darauf sterben.
00:02:08: Ich habe zehn Jahre lang als Klauen gearbeitet in genau diesem Krankenhaus.
00:02:12: Ich hätte auch am selben Tag um die selbe Zeit einen Klauneinsatz gehabt auf der Station, auf der meine Kinder lagen.
00:02:18: Und wo ich außerdem – und ich denke es ist ganz wichtig – wusste, dass ich bei Weitem nicht die Einzige bin, der sowas passiert.
00:02:25: Barbara Pachel Eberhardt beginnt in den Wochen nach dem Unfall ihren Verstorbenen Briefe in den Himmel zu schicken.
00:02:31: Sie glaubt bis heute ganz fest, dass es ihnen gut geht da wo sie jetzt sind bei Gott!
00:02:38: Sie liest spirituelle Bücher stellt die Sinnfrage
00:02:41: und ich denke geistige Nahrung kann an einer Stelle wo alles andere wegbricht unendlich lebensrettend sein Und die Herausforderung war dann eher mich auch um meinen Körper zu kümmern.
00:02:52: Dabei
00:02:52: hilft ihr ganz konkret Ihr Freundeskreis.
00:02:55: An denen hat sie in einer emotionalen Mail einen Hilferuf geschrieben.
00:02:59: Vergesst mich bitte nicht.
00:03:02: Die Botschaft kommt an!
00:03:04: Meine Freunde haben mir eben Essen gebracht, aber sie haben mir zum Beispiel auch Klubpapier vorbeigebracht.
00:03:08: Die haben mitgedacht und gedacht die Barbara war jetzt schon zwei Wochen nicht mehr einkaufen.
00:03:12: was könnte sie brauchen?
00:03:13: oder Sie sind einfach gekommen und haben mir den Rasen gemäht.
00:03:16: Ich war so dankbar für diese praktischen Hilfen an einer Stelle wo ich das selber einfach
00:03:21: nicht konnte.
00:03:22: Nicht beeindruckt sehr wie der Glaube an Gott Barbara Pachel Eberhard trotz allem was ihr erleben musste Immer noch trägt.
00:03:29: Ich
00:03:29: glaube nicht, dass Gott die Kraft ist, die uns beschützt vor allem was uns wehtut aber ich glaub das Gott ganz unbedingt die Kraft is' die ganz nah bei uns ist und die uns trägt wenn etwas weh tut.
00:03:42: Und wenn Menschen an mich denken im Krankenhaus am Bett meiner Kinder die sterben und sich fragen wo war denn Gott da?
00:03:50: Dann sage ich bei mir natürlich und er hat meine Hand gehalten und als wir beigestanden Und er hat dafür gesorgt, dass
00:03:58: ich
00:03:59: irgendwie da durchgehen kann.
00:04:01: Ich treffe Barbara Pachel Eberhardt in Wien wo sie heute lebt.
00:04:05: Nachdem sie mit Anfang Dreißig Ehemann und beide Kinder verloren hat, durchlebte sie Schmerz Trauer Depressionen Zusammenbrüche.
00:04:13: Ging zur Psychotherapie.
00:04:15: Die Heute Zweiundfünfzigjährige hat sich aber auch neu verlieben können ist heute Mutter der neunjährigen Erika.
00:04:23: Sie strahlt mit ihren wachen Augen Eine Lebensfreude aus, die mich vor dem Hintergrund ihres Verlusts sehr bewegt.
00:04:29: Und das geht nicht nur mir so!
00:04:31: Inzwischen ist sie für viele Menschen zu einer Anlaufstelle in Trauerfragen geworden – hat darüber auch.
00:04:37: das Buch «Warum gerade du verfasst?» bietet Schreibseminare und Trauerkurs an.
00:04:44: Ein Rat, den ich wirklich gerne von Herzen gebe, ist dass man nicht versuchen sollte, die Dinge ganz alleine zu schaffen nur mit sich selbst auszumachen.
00:04:53: Das ist zu wenig, deshalb gibt es ja so viele von
00:04:55: uns und
00:04:56: wenn man das jetzt auf eine spirituelle Ebene bringt dann gibt's eben jenseits von all den Menschen, mit denen wir reden können auch noch ein Du an das ich mich wenden kann bei dem ich wirklich ausgehen kann davon dass es mich versteht und nicht nur das sondern dass es vielleicht auch aktiv irgendwie mir hilft.
00:05:16: natürlich hat sich ihr Glaube an Gott verändert aber verloren hat ihn die katholische Christin nicht.
00:05:22: Geblieben ist einfach dieses ganz tiefe Gefühl, wir sind nicht allein!
00:05:26: Wir sind begleitet.
00:05:28: und vielleicht die Erscheinungsform in der mir Gott am meisten erscheint, ist jeder neue Tag im Wissen.
00:05:35: da gibt es ein Du – und der neue Tag ist ein Du, das ich noch nicht kenne aber dem ich vertraue.
00:05:40: Dieses Vertrauen in den Urheber allen Lebens strahlt sie während unserer Begegnung auch aus.
00:05:46: Und sie packt es in wunderbare Bilder.
00:05:48: Ihre Bücher zu lesen ist trotz der Schwere der Thematik immer auch eine literarische Freude.
00:05:54: Weil sie so sprachsensibel isst, hat sie am eigenen Leib erlebt dass Sprache auch verletzen kann – insbesondere in der Trauer.
00:06:02: Etwa die Frage… Ist es nicht mal bald gut mit dem Trauern?
00:06:07: Aber auch ….
00:06:08: Wie geht's dir für trauende Menschen oft total überfordert?
00:06:13: Besser ist wie geht es dir heute!
00:06:16: sehr mutig mit Trauernden im Kontakt zu bleiben und sich immer wieder diese Fragen zu stellen.
00:06:41: Dass ihr Leben nun verfilmt wurde und sie auch ganz eng in dem Prozess der Entstehung mit einbezogen war, das es für Barbara Pachel Ebert ebenfalls ein großes Geschenk.
00:06:51: Der Film «Vier Minus Drei» wurde auf der Berlinale Uhr aufgeführt und gewann beim diesjährigen österreichischen Filmpreis in fünf Kategorien – beste Regie, bestes Casting und bestes Drehbuch sowie die beste weibliche Hauptrolle für Valerie Pachner als Barbara und die beste männliche Nebenrolle für Robert Starklober als Heli.
00:07:11: Ich möchte wirklich allen Menschen danken, die den Mut haben diesen Film anzuschauen.
00:07:15: Danke, dass ihr euch traut ein offener Mensch zu sein, euch einzulassen!
00:07:21: Und ich danke Barbara Pachel Eberhardt... ...für den Lebensmut, den sie mit anderen teilt.
00:07:36: bistum-dria.de slash podcast.
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