Gemeinschaft, die trägt: Kolping
Shownotes
Fünf Jahre ist die Flutkatastrophe in der Eifel her. Luisa Maurer hat sie selbst erlebt in Prüm. Wobei es dort noch glimpflich ablief im Vergleich zum Ahrtal, wo 135 Menschen ums Leben kamen. Aber was Luisa beeindruckt hat: Überall haben in den Tagen danach Nachbarn und Fremde geholfen, haben angepackt und getröstet. Auch innerhalb der Kolpingsfamilie. Das feiert das Kolpingwerk am 30. August mit einem Begegnungs- und Dankfest in Dernau an der Ahr. Luisa Maurer, selbst Kolpingmitglied, spricht mit Kolpinggeschwistern – so nennen sich die Mitglieder untereinander – über Gemeinschaft und Solidarität innerhalb der Kolpingsfamilie und darüber hinaus, über gesellschaftliches Engagement und Demokratiebildung.
"himmelwärts und erdverbunden" - was wollt ihr von uns hören? Sagt es uns in unserer kurzen Umfrage!
Links zur Folge:
Das Kolpingwerk Deutschland und der Diözesanverband Trier, der am 30. August an der Ahr ein Begegungs- und Dankfest feiert.
Das Archiv mit allen Folgen von "himmelwärts und erdverbunden" gibt's hier.
Feedback gerne auch unter podcast@bistum-trier.de.
Transkript anzeigen
00:00:04: Die Flut im Ahrtal hat viele Menschen erschüttert.
00:00:07: Sie hat aufgezeigt, wie viel Kraft und Hoffnung in gelebter Solidarität stecken kann.
00:00:14: Mein Name ist Luisa Maurer ich bin Pastoralreferentin und in meiner Freizeit engagiere Ich mich in der Corpings Familie.
00:00:22: an diesem Wochenende feiere ich mit vielen Menschen in Dernau.
00:00:26: Warum wird das genau dort tun, was Gemeinschaft bedeutet und wie junge Menschen im Sinne Adolf Kolpings heute noch Gesellschaft mitgestalten?
00:00:35: Darum geht's in dieser Folge.
00:00:52: Ich sehe mich noch in meiner Wohnung damals sitzen.
00:01:04: Ich war gerade am Backen, denn am nächsten Tag sollte eigentlich mein letzter Schultag als Lehrerin dort sein bevor ich aus der Eifel wegziehen sollte und für meine Reliklasse sollte es eben in der letzten Stunde selbst gebackene Kekse geben.
00:01:21: so hatte ich mir vorgenommen dass ich am nächsten Tag überhaupt nicht zur Schule kommen würde, weil der gefühlt jedenfalls unaufhörliche Regen noch im Laufe des Abends alle Wege dorthin komplett strömen zerstören und Brücken überfluten würde.
00:01:38: Also das hätte ich mir wirklich nicht ausmalen können!
00:01:43: Vielleicht wisst ihr noch genauso gut wie ich was ihr an diesem Tag vor fünf Jahren im Juli getan habt?
00:01:49: Mit Sicherheit erinnert ihr euch an die Bilder aus dem Ahrtal und die zahlreich, anrührenden und schrecklichen Schicksalsschläge, die uns in den Tagen danach erreicht haben.
00:02:00: Ich erinnere mich noch genau an das mulmige Gefühl, dass ich hatte – als in Prümmen der Stromausfiel und ich ganz alleine in meiner dunklen Wohnung mit halb fertig gebackenen Keksen saß!
00:02:13: Ich hatte Glück, mir und meine Wohnung passierte weiter nichts.
00:02:16: Bei vielen Menschen war das anders.
00:02:19: Was am nächsten Tag passierte, beeindruckte mich.
00:02:23: Überall wo das Unwetter war, halfen Menschen ihren Nachbarinnen und Nachbarn – sie packten an, sie trösteten einander!
00:02:32: Dort, wo Menschen ihr Hab-und Gut verloren hatten, wurde gespendet… sogar so viel gespendete dass es teilweise Lagerhallen gab die mit überschüssigen Spenden voll waren.
00:02:43: Hilfsdienste rückten von nah und fern an Und auch innerhalb der Kolbingsfamilie kam es zu gegenseitiger Unterstützung.
00:02:52: Vor fünf Jahren bewiesen Menschen bei dieser Flutkatastrophe Mut und selten noch irgendwie neue Hoffnung!
00:03:00: Deshalb lädt der Kolbing-Diozesanverband mit den Kolbungsfamilen aus Altena, Dernau-, Aweiler und Sintzig am threißigsten August genau dort zu einem Fest ein.
00:03:12: Der dreißigste August, das ist ein Tag nachdem diese Folge erscheinen wird.
00:03:17: Also wenn ihr eifrige Hörerinnen von Himmelwärts und Erd verbunden seid – die Folge an dem Tag hört dann ist es morgen.
00:03:25: ansonsten haben wir vielleicht bereits schon gefeiert!
00:03:28: Das Motto lautet «Von diesem Tag gemeinsam helfen, gemeinsam feiern» Und möchte genau an diese Solidarität erinnern, die es vor fünf Jahren im Ahrtal gab.
00:03:41: Die soll gefeiert werden, und die soll weitergehen.
00:03:44: Es ist ein Fest der Begegnung – und Distanz für die große Solidarität innerhalb des Kolbingwerks in Bistum Trier aus ganz Deutschland und auch der Kolbing-Weltfamilie!
00:03:56: Mit tatkräftiger Hilfe beim Aufräumen und Wiederaufbauen Geld und Sachspenden und auch im Gebet waren die Kolbinggeschwister unmittelbar nach der Flut und in den Jahren danach füreinander
00:04:08: da.".
00:04:08: und miteinander verbunden.
00:04:10: Ganz im Sinne Adolf Kolpings als Gemeinschaft, die trägt.
00:04:17: Elke Grün, Geistliche Leiterin des Kolpingwerks erzählt mir inwiefern es für die Kolpungsfamilie wichtig ist diesen Tag gerade an der Art zu feiern.
00:04:28: Weil wir seit fünf Jahren noch enger in Kontakt sind mit unseren Kolpnings Familien durch die große Flut die uns alle sehr betroffen gemacht hat und eine unglaubliche Solidarität in der ganzen Welt verursacht hat.
00:04:45: Deswegen möchten wir miteinander dankbar sein für das, was aufgebaut werden konnte und wir gemeinsam erreicht
00:04:53: haben.".
00:04:53: Ich habe Elke gefragt – Gemeinsam helfen, gemeinsam feiern!
00:04:57: Das geht auch weiter oder?
00:04:59: Was bedeutet dieses Motto für dich und für euch als
00:05:02: OrganisatorInnen?!
00:05:04: Gemeinsam helfen und gemeinsam feiern, drückt das aus was nicht nur in den letzten fünf Jahren an der Ahr und bei Kolping insgesamt passiert ist.
00:05:13: Sondern wir halten zusammen sind solidarisch miteinander mit den Geschwistern in der ganzen Welt
00:05:20: oft
00:05:21: nur finanziell und ideell wenn wir gemeinsam den Weltgebetstag vom Kolpingwerk feiern.
00:05:30: Wir haben gelernt, dass jeder alleine etwas schaffen kann.
00:05:34: Aber zusammen geht einfach mehr und genau dabei wollen wir aber nicht stehen bleiben.
00:05:39: Wir wollen weitergehen – zusammen zuversichtlich solidarisch und vereint im Glauben und im Gedenken an unseren.
00:05:50: Gründer Ardolf Kolping, dem die Gemeinschaft und der gemeinsamen geliebte Glaube so richtig war.
00:05:56: Und
00:05:56: inwiefern passt dieser Tag zu Ardolp Kolping?
00:05:59: Und seinem Beispiel das er uns mit seinen Wirken gegeben hat?
00:06:03: Er hat in seiner Jugend als Schustergeselle gelernt wie schwierig es ist wenn man auf sich alleine gestellt ist.
00:06:11: Wenn man am Rand der Gesellschaft steht und für alles kämpfen muss was man erreichen will.
00:06:20: eine Gemeinschaft gegründet, die darauf aufbart solidarisch zu sein miteinander, miteinander zu lernen.
00:06:27: Miteinander zu leben, miteinander zuglauben und miteinander zu feiern.
00:06:33: Das sind die wesentliche Aspekte des Köpingwerks und denen sind – und bleiben wir natürlich verbunden weil genau das uns und unsere Gemeinsschaft im Köpingwerk ausmacht!
00:06:46: Elke hat mir außerdem verraten, was die Menschen am dreißigsten August erwartet und worauf sie persönlich sich am meisten freut.
00:06:55: Am kommenden Sonntag erwartet uns ein buntes Programm.
00:06:59: Es gibt Köpungsfamilien und Initiativen, die ihre Arbeit vorstellen.
00:07:04: Das Klima-Mobil ist da und zeigt uns auf eine spielerisch pädagogische Weise wie wir unsere Schöpfung bewahren und erhalten, können und sollen.
00:07:16: Wir haben ein Mitmachkonzert mit Julia Reidenbach wo für den Gottesdienst auch noch zwei stimmige Lieder eingeprobt werden mit einem kleinen Chor der dann singen wird.
00:07:27: Es gibt eine Hüpfburg für die Kleinen und Großen und schon länger Kleinen Und es gibt eine Möglichkeit sich einen Symbol tätowieren zu lassen in der Kirche, dass den eigenen Glauben die eigene Spiritualität ausdrückt.
00:07:45: Und daneben – und das ist das was mich am allermeisten freut – gibt es Hunderte von Köppingbrüdern und Schwestern aus dem ganzen Bistum und darüber hinaus, die kommen und miteinander einen Tag verbringen wollen wo wir uns begegnen, miteinander feiern und einfach eine gute Zeit haben!
00:08:07: Verschiedene Menschen zeigen an diesem Wochenende in Dernau, wie vielfältig diese Gemeinschaft im Sinne Adolf Kolpings tragen kann.
00:08:16: In unterschiedlichen Bereichen!
00:08:18: Beispielhaft möchte ich euch heute noch von Johannes Marx erzählen.
00:08:22: Johannes ist ehrenamtlich bei der Kolping Jugend aktiv und seit dem Jahr zwanzig in der Diözäsahnleitung.
00:08:30: Die Kolping-Jugend weckte bei Johannes das Interesse an der Politik – auch daran unsere Gesellschaft aktiv mitzugestalten.
00:08:38: Er hat als Jugendlicher mal an einer Praxiswoche in Berlin teilgenommen und ist seither bei der Kolping-Jugend aktiv.
00:08:46: Das Interesse war übrigens so groß, dass er sogar Politikwissenschaften studierte.
00:08:51: Heute ist er bei der Ausländerbehörde in der Verwaltung tätig und gestaltet auch so unsere Gesellschaft mit.
00:08:59: Das Thema Demokratie ist ihm nicht nur in seinem Beruf ein Herzensanliegen sondern eben auch bei Kolping.
00:09:06: Schon seit mehreren Jahren veranstaltet die Köping-Jugend einmal im Jahr eine Demokratiefahrt.
00:09:12: Und dafür setzt sich Johannes besonders ein und plant diese Fahrt mit – und fährt auch mit!
00:09:18: Die Fahrt ist nur ein Beispiel, verrät mir Johannes, die jungen Menschen die Möglichkeit gibt etwas über Demokratie zu lernen.
00:09:26: Dann fahren sie zum Beispiel nach Amsterdam und lernen das an der Frankhaus kennen oder nach Brüssel und besuchen die Institutionen.
00:09:34: Für Johannes ist dabei wichtig, es geht nicht nur um einen Bildungsauftrag sondern vor allem darum Demokratie zu erleben.
00:09:45: Das passiert bei der Kolbingjugend auch bei partizipativen Freizeiten.
00:09:49: da planen die Teilnehmenden selbst ihre eigene Freizeit Und dann kommen Themen und Fragen zum Tragen wie, wie gehe ich eigentlich mit anderen um?
00:09:58: Wie kann eine gemeinsame Zeit gut gelingen?
00:10:01: Und wie finden wir Lösungen für unterschiedliche Interessen und Ideen gemeinsam eine Fahrt zu gestalten.
00:10:10: Das passt für Johannes zum Auftrag den Adolf Kolping hinterlassen hat.
00:10:15: Denn sein Interesse war es ja auch Menschen zusammenzubringen – sich für die Gesellschaft einzusetzen!
00:10:22: Adolf Kolping ging es damals um die soziale Frage, auch ein politisches Thema.
00:10:27: Und Johannes sagt – bei uns gehört es einfach dazu, Position zu beziehen, Demokratie zu unterstützen und sich für andere einzusetzen.
00:10:36: eben gemeinsam helfen und gemeinsam feiern.
00:10:40: Dominic Lück ist Jugendfahrer- und geistliche Leitung der Kolping-Jugend.
00:10:45: mit ihm habe ich gesprochen und er drückt das so aus
00:10:51: im Vorstand der Köppingjugend eine hohe Sensibilität bei den jungen Erwachsenen, die dort im Vorstand sind sich Gedanken zu machen in welcher Welt wir leben wollen und wie wir uns auch einsetzen können für andere Menschen.
00:11:06: Wie wird das was uns gegeben wurde teilen können mit anderen?
00:11:11: Und so erlebe ich da eine hoher Wachheit und einfach Aufmerksamkeit für Entwicklungen in der Welt und in der Kirche oder eben auch diesen Wunsch dort etwas zu verändern.
00:11:22: und gleichzeitig sehe ich eine ganz große andere Stärke dabei, dass diese jungen Menschen auch wissen wie man feiert bzw.
00:11:29: so gut zusammen sein kann miteinander lebt und ich finde das ist ein und das andere eben untrennbar zusammen gehört, dass man wach bleibt und den Blick über den Tellerrand hinaus immer wieder macht und wagt und gleichzeitig auch für das gelungene danken kann, miteinander feiern kann Und deutlich macht, dass es auch noch diese andere Dimension gibt und das beides zusammengehören kann.
00:11:56: Gemeinsam helfen, gemeinsam feiern!
00:11:59: Dieses Motto des Diözäsantags der Kolbingsfamilie inspiriert mich.
00:12:04: Ich wünsche mir natürlich auch als Kolbingmitglied, dass diesen Verband auch weiterhin trägt.
00:12:10: Ein gutes Motto wie ich finde nicht nur für die KolbungsfamILie.
00:12:21: Himmelwärts und Erd verbunden.
00:12:23: Was wollt ihr von uns hören?
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