Immer wieder: sonntags
Shownotes
Was passiert, wenn der Sonntag als gemeinsamer Ruhetag immer weiter unter Druck gerät? Zum Beispiel, weil wegen des Niedrigwassers im Rhein und anderen Flüssen das Sonntagsfahrverbot für LKW vorübergehend aufgehoben wird und Wirtschaftsverbände nachkarten – könnte man doch auch ganz aufheben, das Sonntagsfahrverbot! Und die Ladenöffnung am Sonntag wurde ja auch gerade wieder gefordert. Altfried Rempe erinnert in dieser Folge daran, dass die Ruhe am siebten Tag laut Bibel die Schöpfung vollendet – also die Krone der Schöpfung ist, sozusagen. Dabei spannt er den Bogen von Klimakrise und Wirtschaftswachstum bis zur Verantwortung jedes Einzelnen für die Schöpfung. Wie können Menschen und Welt wieder ein wenig zu Atem kommen?
"himmelwärts und erdverbunden" - was wollt ihr von uns hören? Sagt es uns in unserer kurzen Umfrage!
Links zur Folge:
Die "Allianz für den freien Sonntag" - bundesweit und in Rheinland-Pfalz.
Das Archiv mit allen Folgen von "himmelwärts und erdverbunden" gibt's hier.
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Transkript anzeigen
00:00:04: Wer ist die Krone der Schöpfung?
00:00:06: Der Mensch oder der Sonntag?
00:00:09: Vielleicht beide.
00:00:10: Jedenfalls um den Freien Sonntage geht es jetzt hier im Podcast Himmelwärts und Erdverbunden.
00:00:15: Ich bin Altfried Rempel, Pastoralreferent und freier Mitarbeiter hier.
00:00:30: Gut dass die Kirchen hellhörig werden!
00:00:32: Es geht mal wieder um den Sonntags speziell gegen den Sonnentag als gesichert arbeitsfreien Tag in der Woche.
00:00:39: Schon richtig, die Sonntagspflicht zum Gottesdienst spielt ja nur noch bei wenigen Menschen eine wichtige Rolle.
00:00:46: Viele gehen schon immer lieber in den Wald angeblich weil sie da ihrem Gott viel besser begegnen oder ins Fitnessstudio wo Sie Ihrem göttlichen Leib Gutes tun und ihn quälen damit die Woche besser erträglich wird.
00:01:00: Immerhin auch für die vielen ist es doch sicher gut dass es einen arbeitsfreien Sonntag gibt Auch deswegen, weil sie sich da mit anderen zusammen tun können im Wald oder im Studio oder in Familien und Freundeskreis.
00:01:14: Haben ja fast alle Sonntags frei!
00:01:18: Für mich gehört der freie Sonntag schon immer zu meiner Vorstellung von uns Menschen als Gottes Bild-und Gleichnis wie uns die Bibel auf den ersten Seiten nennt.
00:01:28: Gott erschuf den Menschen als sein Bild.
00:01:31: Als Bild Gottes erschufe er ihn.
00:01:33: männlich und weiblich erschuft er sie Sechster Tag Und dann, als Krone der Schöpfung am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er gemacht hatte und er ruhte am sieben Tag nachdem er sein ganzes Werk gemacht hatte.
00:01:49: Und Gott segnete den siebte Tag und heiligte ihn denn an ihm ruhte Gott, nach dem er das ganze Werk erschaffen hatte.
00:01:58: Wer wirklich daran festhält?
00:02:01: Wer glauben will dass der Mensch fast wie Gott ist muss die Menschen ruhen lassen so wie Gott selbst damals, ausruhen von all dem Stress und der Hektik und der Arbeit.
00:02:14: Dass Menschen das können, dass sie sich das leisten können – das gehört zu ihrer Gott-Ebenbildlichkeit einfach dazu!
00:02:23: Und wer das dann noch auch Gottesdienstlich feiern mag und kann ist gerne willkommen zum Beispiel in der nächsten Kirche, gern auch wieder mit vielen anderen zusammen.
00:02:33: Sicher, manche gesellschaftlichen Bereiche vertragen sich damit nur schlecht….
00:02:38: Wer kranke versorgt, wer für Kinder verantwortlich ist.
00:02:42: Wer alte Menschen pflegt.
00:02:44: Die brauchen das ja sieben Tage die Woche.
00:02:47: Da kann es keinen freien Sonntag geben.
00:02:50: und auch die vielen Leute die Busse und Bahnen am Laufen halten, die für Strom aus der Steckdose sorgen leckeres Essen zubereiten, die frischen Sonntagsbrötchen backen und verkaufen müssen auf den sonntag verzichten sollten aber hoffentlich andere freie tage haben.
00:03:06: schwierig genug.
00:03:08: Als ich in der ersten Pfarrei gearbeitet habe, natürlich auch Sonntags hatte ich meinen freien Tag am Montag.
00:03:15: Schade!
00:03:16: Die Kinder gingen ja in die Kita und in die Schule.
00:03:19: ihre Mutter vormittags zu ihrer Arbeit oder meinen Freunden gab es keinen Friseur.
00:03:26: Sonntag arbeitsfrei steht ja auch so im Grundgesetz Artikel Hundertvierzig.
00:03:30: dass der Sonntage als Tag der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt bleibt.
00:03:37: Ausnahmen möglich Siehe oben.
00:03:40: Aber jetzt scheint es ja eine Notlage zu geben, viel zu wenig Wasser im Rhein und in vielen anderen Flüssen – Wirtschafts- und Verkehr bedroht, Tankstellen unterversorgt einfach weil Frachtschiffe kaum mehr Beladen fahren können.
00:03:57: also Güterverkehr auf die Schiene aber die wird rechtsreinig gerade general saniert Und mehr Frachten in Lkws auf die Autobahn Arbeit für viele Tausend Lkw-Fahrerinnen und Fahrer, wenn es die denn gäbe.
00:04:11: Und wenn es genug Laster hätte – so lange die Brücken stark genug sind sieben Tage der Woche belastet zu werden!
00:04:19: Sieben Tage?
00:04:21: Ach ja, Sonntagsvorverbot wird aufgehoben.
00:04:24: Jedenfalls erst mal damit wenigstens ein Teil der Rohstoffe ankommen kann.
00:04:31: Mal abgesehen davon wie eng es auf den Autobahnen der Republik sowieso schon ist gerade samstagsonntag unter der Ferienzeit Man abgesehen auch davon, welche zusätzlichen Klimaerhitzungen und indirekt noch mehr niedrige Reinpegel da erzeugt werden dürften.
00:04:50: Auch für die Leute auf den Zwei-Dreißigtonnern gilt doch eigentlich die Sonntagsruhe – egal übrigens ob sie aus Ausländern kommen oder in Deutschland sozialisiert sind, weil sie Menschen sind Gottes Bild und Gleichnis wie gesagt.
00:05:05: Gut!
00:05:06: dass wenigstens die Arbeitszeitgesetze die Wochenarbeitszeit begrenzen und einen freien Tag mindestens vorschreiben.
00:05:14: Und die einschlägigen Regeln für den Straßenverkehr werden zusätzlich dafür sorgen, dass die Sonntags-Lkw-Fahrer dann eben andere Ruhezeiten bekommen – und hoffentlich garantieren die Tarife ihnen auch einen anständigen Sonntagszuschlag!
00:05:29: Ich bin mal gespannt wie nützlich die fast bundesweite Sonntagesfahrerlaubnis am Ende gewesen sein wird….
00:05:36: Die Spritpreise drohen ja schon in manchen Gegenden wieder auszubrechen.
00:05:41: Zwei Ankündigungen oder vielmehr eine Ankündigung und ein tiefes Schweigen machen mich stutzig, haben wohl auch andere Kirchenleute hellhörig gemacht.
00:05:52: Da reden Vertreter von Wirtschaftsverbänden und Speditions- und Logistikleute schon mal davon dass das Sonntagsfahrverbot sowieso aus den Fünfzigerjahren stammt und dringend überprüft oder besser gleich abgeschafft gehört.
00:06:06: Da wäre doch die Sache mit den Sonntags-Lkw-Touren ein Anlass, das noch mal grundsätzlich anzufassen.
00:06:14: Und dazu passte ganz gut die Diskussion um die Ladenöffnungszeiten – sollte viel mehr Sonntagsmöglichsein am liebsten jeden Sonntage!
00:06:21: Da haben die Leute viel Zeit und können endlich locker und frei konsumieren … und der dar niederliegenden Wirtschaft auf die Sprünge helfen….
00:06:29: Muss also viel weiter gedacht werden, geht ja um viel mehr als nur um jetzt mal ausnahmsweise niedrigwasserbedingte und hitzegenerierte Sonntagsarbeit.
00:06:40: Ohren betäubendes Schweigen dagegen zu den eigentlichen Problemen, zu den grundlegenden Veränderungen – die müssten ja viel tiefer gehen als nur zur Einführung fast allgemeiner Sonntagsarbeit!
00:06:53: Und hätten auf Sicht auf allenfalls sehr langfristige Verbesserungen.
00:06:58: Im Radio habe ich den Wirtschaftsminister Michael Ebling gehört.
00:07:02: Er regiert in Mainz und also direkt oberhalb der Haupt Niedrigwasserstelle am Pegelkaub im Mittlerein.
00:07:10: Er dachte mal wieder über Ausbagger nach, also Fahrrinne vertiefen damit die Schiffe ein bisschen länger Wasser unterm Kiel hätten.
00:07:18: Und über mehr Regen – hier reden wir über Klimaveränderungen, hier reden.
00:07:26: Insofern könnten wir dann nur noch beten.
00:07:31: Schon richtig, Herr Minister!
00:07:33: Beten sollten wir z.B.
00:07:35: Sonntags statt die Autobahn mit Lkw zu füllen und noch mehr Stau zu riskieren.
00:07:41: Aber beten hilft ja eigentlich am besten wenn die Beterinnen und Beta in sich gehen und auch selbst was tun.
00:07:50: Etwa weniger CO² in der Luft pusten aus dem eigenen Auspuff oder der Heizung Urlaub zu Hause machen oder nach Nebenanreisen in Eifel, Hundrück-Westerwald statt nach Ibiza zu fliegen.
00:08:03: Oder auf Kreuzfahrt zu gehen.
00:08:05: Weniger Wasser verschwenden.
00:08:07: Alle wissen ziemlich gut was sie selbst verändern könnten und sind.
00:08:12: Siehe Wärmepumpe statt fossilem Heizungshammer oft schon viel weiter als die Politik.
00:08:18: Die scheint sich wegzuducken vor Veränderungen und Verbesserung.
00:08:24: Die könnten ja vielleicht kurz mal die eine oder andere Einschränkung erforderlich machen.
00:08:29: Und weggeduckt werden.
00:08:31: andererseits lauthals Maßnahmen verkündet und debattiert, die langfristig sogar eher schaden würden – etwa die Flussbettvertiefung nach der dann der Mittelrhein sein Niedrigwasser noch schneller ablaufen lassen könnte.
00:08:45: Selbst Lkw-Verkehr am Sonntag wird die wirtschaftliche Lage kaum verbessern!
00:08:51: Was also tun?
00:08:53: So vieles müsste sich dringend ändern hier im Land und weltweit schon gar.
00:08:57: Weg von einer Wachstumsideologie, nach der Wirtschaft nur funktioniert wenn sie immer mehr produziert und die Reichen immer mehr Gewinn machen.
00:09:07: Noch mal neu überlegen ob es vielleicht intelligenter wäre weniger angeblich künstliche Intelligenz zu installieren, die wahnsinnig viel Strom und Wasser und Flächen und andere Ressourcen verbraucht und den Menschen angeblich bald überlegen sein, und sie beherrschen könnte.
00:09:25: Dann wäre übrigens Schluss mit Gottes Auftrag an seinen Ebenbildmensch ganz vom Anfang.
00:09:30: Bevölkert die Erde und nimmt sie in Besitz, sagt Gott im Genesis I., Und dem älteren Schöpfungsbericht heißt es noch ausdrücklicher – Gott der Herr nahm den Menschen und gab ihm seinen Wohnsitz im Garten von Eden damit er, der Mensch und die Menschen ihn bearbeite und
00:09:46: hüte.".
00:09:49: Weder die Wirtschaft noch künstliche Algorithmen sollen bestimmen, was gut ist für den Menschen und für die Schöpfung, die Gott uns anvertraut.
00:09:58: Vielleicht können wir Alten – und die Generationen nach uns noch etwas tun damit meine Vier- und die Millionen anderer Enkelkinder in einer Welt leben können, die ein wenig zu Atem gekommen wären.
00:10:10: Nachdem wir dann paar wenige Generation vor uns sie fast zugrunde gerichtet hätten.
00:10:15: Klimafolgenanpassungen kann ein Stück weit gut sein!
00:10:19: Klimaanlagen für Kliniken und Seniorenheime, Wassernäbel in der Fußgängerzone, Kirchen als kühle Räume für alle öffnen.
00:10:27: Flachere Schiffe mit weniger Tiefgang bauen – schön und gut.
00:10:31: kurzfristig!
00:10:33: Das alles machen und dann beten und ansonsten die Hände in den Schoß legen?
00:10:38: Und die Katastrophe weiterlaufen lassen ist ein No-Go.
00:10:42: Und Leute, niedrig Wasser ist was ganz anderes als Debatten und Politik auf möglichst niedrigen Niveau
00:10:53: Himmelwärts und Erd verbunden.
00:10:55: Was wollt ihr von uns hören?
00:10:56: Sagt es uns in unserer Umfrage unter www.bistum-tria.de.
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