Laien-Predigt? (nicht ganz) verboten!

Shownotes

Wer darf in der Messe das Evangelium auslegen – und warum eigentlich nicht auch Menschen, die mitten im Leben stehen? Altfried G. Rempe nimmt eine aktuelle Entscheidung aus Rom zum Anlass, über Predigten und die Vielfalt von Glaubenserfahrungen nachzudenken. Mit persönlichen Erfahrungen, klaren Positionen und einem Blick auf die Realität vieler Gemeinden fragt er, ob gute Verkündigung wirklich an die Weihe gebunden ist.


Links zur Folge:

Berichterstattung, Stellungnahmen und Kommentare zum römischen Verbot der Laienpredigt in der Messe:

"Vatikan: Keine Laienpredigt in Eucharistiefeier" (Vatican News, deutsche Ausgabe)

"Vatikan weist Gesuch der deutschen Bischöfe nach Laienpredigt zurück" (CNA)

"Vatikan: Keine Erlaubnis für Laienpredigt in Eucharistiefeiern" (Kirche+Leben/KNA)

"Rom lehnt Antrag der deutschen Bischöfe ab: Keine Laienpredigt in der Messe" (Die Tagespost)

"Wie ist die Absage zu verstehen?" (domradio.de)

"Dürftige Argumente aus Rom zur Laienpredigt sind eine Chance (Kommentar)" (katholisch.de)

"Pastoralreferent: Darum will ich nicht in der Messe predigen" (katholisch.de)


Das Archiv mit allen Folgen von "himmelwärts und erdverbunden" gibt's hier.


Feedback gerne auch unter podcast@bistum-trier.de.

Transkript anzeigen

00:00:03: Da hat ein früherer Trierer Bischof in einer der Kanatskonferenz richtig ungehalten zurückgefragt.

00:00:10: Wollen Sie wirklich Herr Pfarrer, dass ich Ihnen das beantworte?

00:00:15: Dreimal hat er Pastor gebraucht bis er es kapiert hatte und hat seine Frage endlich zurückgezogen.

00:00:22: Ich bin Altfried Rempel, Pastoralreferent und hätte vorgeschlagen auch mal taktisch zu überlegen ob man wirklich eine dringende Anfrage an den Vatikanen los schickt.

00:00:32: Um so eine Frage geht's nämlich jetzt gleich.

00:00:45: Von einem anderen Ruhestandsfahrer dem ich bei der Sonntagsmesse assistieren durfte habe ich schonmal erzählt wie der beim Schlussgebet in der Fastenzeit vor Ostern sozusagen ein Osterlachen vorverlegt hat und so gebetet.

00:01:01: Und lass uns mit großer Freude auf das Oktoberfest zugehen, äh äh Osterfest natürlich!

00:01:08: Er hatte die Lacher auf seiner Seite – und vielleicht hätte er sich die Korrektur mit wedelnden Händen auch ersparen können?

00:01:15: Ob die Gemeinde das gemerkt hätte?

00:01:18: Gepredigt hatte ich, wie immer wenn er der Messe vorgestanden hatte er lieber so, als wenn er auch noch predigen muss in seinem Alter.

00:01:28: Ich durfte und sollte also predigen – das war damals erlaubt.

00:01:32: Ausnahmegenehmigung aus Rom für die Kirche in Deutschland und vermutlich Österreich.

00:01:38: Die hatten und haben ja viele gut ausgebildete Theologinnen und Theologen, die auch was zu sagen haben Und denen viele Gemeinden gern zuhören.

00:01:49: Kein Argument, würde der Vatikan heute sagen und hat es ja indirekt auch gesagt in der offiziellen Antwort an die deutschen Bischöfe und ihren Vorsitzenden Bischof Heilner-Wilmer.

00:02:00: Auf Beschluss des Synodalen Weges wollten sie die weitverbreitete und gut eingeübte Praxis auch offiziell ausnahmsweise weiter erlaubt bekommen – dass Frauen und Männer auch ohne Weihe in der Eucharistiefeier das Gotteswort auslegen und für das Leben der Gemeinde und der Gläubigen ins Heute übersetzen dürfen, und sollen nach dem Evangelium.

00:02:26: Also wo es normalerweise Beschöfe oder Priester und gelegentlich Diakone tun, gewalte Männer

00:02:32: jedenfalls.".

00:02:34: No-Go!

00:02:35: antwortet Rom, zerstört die Einheit von Wort Gottesdienst und Eucharistiefeier?

00:02:41: Oder macht sie leicht übersehbar oder schwerer

00:02:44: erlebbar?".

00:02:46: Und wo ein Priester die Messe feiert, also präsent ist kann er ja auch predigen.

00:02:51: Ist ja geweiht und damit sacramental beauftragt und befähigt.

00:02:57: Naja das mit der Fähigkeit hat der alte Pfarrer mit dem Oktoberfest damals selbst anders eingeschätzt.

00:03:05: Hätte er selbst auch noch predigen und die Predigt vorbereiten müssen hätte er eben keine Messe getan.

00:03:11: In der Regel zwei Sonntagsmessen weniger in der Pfareingemeinschaft, das wäre in den Achtzigerjahren schon ein schwerer Verlust gewesen.

00:03:20: Von heutigen Verhältnissen und Priesterzahlen kann es zu

00:03:23: schweigen.".

00:03:25: Und ich bin auch nach dem Brief aus Rom unsicher, ob wirklich schon die Weihe die Männer befähigt Gottes Wort gut auszulegen und den Glauben zu verkündigen – qualitätvoll verständlich!

00:03:39: Lebensnah, aus verschiedenen Perspektiven.

00:03:43: Das wäre aber doch so wichtig!

00:03:45: In der Gemeinde kommen heute ja oft genug besonders Aufmerksamme und gelegentlich auch kritische Gläubige zusammen – freiwillig in das eigene Entscheidungen Sonntagsgebot hin oder her.

00:03:57: Da sitzen Leute die viele gute Texte gelesen und reden gehört haben….

00:04:02: Menschen hören gespannt zu, die eine oder andere Enttäuschung erlebt haben – auch mit der Kirche und mit Gottes Bodenpersonal und dem Glauben überhaupt.

00:04:13: Frauen und Männer, die auch viel bisher selbstverständliches Hinterfragen und sich dabei begleitet wissen wollen.

00:04:23: Für viele von denen wäre es wichtig, auch mal DIE Fragen zu hören, die etwa eine Frau mitten Mitte vierzig an das Evangelium stellt!

00:04:32: Und natürlich auch die Antworten, die sie darin für ihr Leben findet.

00:04:36: Sie würden gerne erleben wie ein Familienvater kurz vor der Rente das Gotteswort hört und lebt.

00:04:43: Die Kinder sind längst aus dem Haus oder übrigens auch aus der Kirche ausgetreten.

00:04:47: Wie geht es dem mit dem Jesus Wort kommt zu mir, die ihr schwer beladen seid?

00:04:53: Alles bisschen schwierig von einem Klärecker zu erwarten, der sicher ein Mann ist und viele Erfahrungen der Nicht-Klerikerinnen bestenfalls aus zweiter Hand besprechen kann.

00:05:05: Naheliegend finde ich es doch eigentlich mit den Augen von Menschen ins Evangelium zu blicken, die so etwas alles aus dem eigenen Leben kennen – und zwar nachdem alle im Gottesdienst gemeinsam das Evangelium gehört haben!

00:05:19: Die römische Alternative wäre ja nicht.

00:05:21: Priesterinnen können ihre Erkenntnisse am Anfang der Messe vortragen, am liebsten natürlich vor dem Anfang in einer sogenannten Statio.

00:05:32: Wir werden dann gleich hören – modern und bei den Medien wäre das ein Teaser!

00:05:37: Eine Vorschau!

00:05:38: Schwierig, den Zusammenhang hinzukriegen zwischen dieser Glaubensverkündigung und dem Gotteswort im Evangelium.

00:05:48: Und dann das Argument mit der Einheit von Wortgottesdienst und Eucharistiefeuer.

00:05:53: Die habe ich immer erlebt, auch wenn ich gepredigt habe.

00:05:57: oder ein anderer Laie oder eine Laien.

00:05:59: Also ein Mitglied des Gottesvolkes was ja das Wort Laie eigentlich meint.

00:06:04: Meist haben die, die da die sogenannte Homilie halten einen Diplom- oder Masterstudium der Theologie.

00:06:12: Haben eine intensive pastoral praktische und spirituelle Ausbildung.

00:06:16: Haben lange Lebens- und Berufserfahrung sind sicher keine laienhaften Dilettanten.

00:06:23: Die Einheit von Wortgottes und Eucharistiefeier entsteht für mich dadurch, dass da eine Gemeinde zusammenkommt zu einer Feier die ein Mensch oder mehrere Menschen leiten weil ab einer bestimmten Menschenmenge so eine Leitung erforderlich ist oder meinetwegen Moderation.

00:06:41: Im Niederländischen heißt der Mann übrigens Vorhanger der bei uns Vorsteher- oder sogar Vorsitzender ist, der vorangehr Gemeinsam unterwegs mit dem zusammengekommenen Gottesvolk.

00:06:55: Die Gemeinde stellt die Einheit her, gern unter einer Leitung aber damit Einheit entsteht eben auch so dass verschiedene Menschen ihre verschiedenen Gaben einbringen und für diese Versammlung nutzbar oder fahrbar machen.

00:07:10: So erleben sie Gottes einen Dienst für dieser eine Gemeinde an diesem einen Ort in diesem einen Moment.

00:07:17: Sie sind der eine Leib Christi hier und jetzt.

00:07:21: Dass der Cleriker dabei wichtig ist, ja klar.

00:07:23: Aber dass der Clerika sozusagen die ganze Last der Einheit zu tragen hätte?

00:07:29: Ich finde das ideologisch und clerikalistisch – und eigentlich eine Zumotung an ihn!

00:07:35: Und außerdem eine Zumutung an viele Christenmenschen, die zum Teil sehr weite Wege zurücklegen müssen um ihre sogenannte Sonntagspflicht zu erfüllen.

00:07:45: gibt hier immer weniger Cleriker und dadurch immer weniger Sonntagsmessen?

00:07:50: Na gut Die Sonntagspflicht gilt ja vielen inzwischen auch erfüllt, wenn die Gemeinde statt einer Sonntagsmesse Gottes Wort hört und feiert.

00:08:00: In manchen Vereinen in San Bistum inzwischen regelmäßig ein oder zweimal im Monat.

00:08:06: Was übrigens die römische Antwort des Liturgie-Prefekten ausdrücklich aufzählt als eine der vielen erlaubten Predigtgelegenheiten für uns sogenannte Laien neben theologischen Vorträgen Exerzitzien, der schon erwähnten Stadio vor oder am Anfang der Messe und dem Religionsunterricht.

00:08:27: Seltsame Vorstellung von Rally-Unterricht als Predigt finde ich übrigens.

00:08:31: Aber natürlich predigen Pastoralreferentinnen und Pastoral-Referenten – und übrigens auch GemeindereferentInnen und Gemeindereferentinin – in sonntäglichem Gotteswort feiern bei vielen Beerdigungsgottesdiensten Und machen damit oft genug auch nochmal deutlich, wie gut eine Predigt im Gottesdienst sein kann.

00:08:51: Egal ob der Pfarrer spricht oder jemand anderes.

00:08:54: Könnte ja sogar attraktiv sein es vielleicht noch mal wieder zu versuchen und öfter mal in die Kirche zu kommen.

00:09:03: Wo ich in meiner Gemeinde solche Gotteswortfeiern mit vorbereite gehen wir aber meist noch einen Schritt weiter.

00:09:11: Wir reden ausführlich über das Sonntagsevangelium Wir teilen die Glaubenserfahrungen der Frauen und Männer im Liturgiekreis, ihre Lebensfragen an die Heilige Schrift, an den Glauben, an die Kirche.

00:09:26: Und allermeist stellt sich dann schon heraus was die Gruppe am Sonntag der Gemeinde mitteilen will – wer zu welchem neuen Gedanken einladen wird?

00:09:35: Und auf welche neue Erkenntnis aus dem Evangelium sie oder er die Leute aufmerksam machen oder zu welcher Erfahrung einladEN

00:09:43: will?".

00:09:44: Auch die Nichttheologinnen können das, ganz ohne Weihe und sogar ohne Theologiestudium.

00:09:51: Ja es gibt viele Gelegenheiten dass auch nicht Klereckerinnen Gottes Wort verkündigen und die frohe Botschaft für das Leben auslegen!

00:10:01: Ich höre von vielen guten Erfahrungen in vielen Gemeinden und finde es umso schwieriger wenn Rom das auch für Deutschland verbietet – nur weil es im Kirchenrecht so vorgeschrieben sei Und weil es aus ihrer klärekalen, theologischen Perspektive nur so geht.

00:10:18: Hätten Synodaler Weg und Bischofskonferenz vielleicht besser doch keinen Brief nach Rom geschickt?

00:10:25: Leider war so eine Antwort ja zu erwarten!

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