Fürbitten: beten für andere
Shownotes
Wenn die Gemeinde im katholischen Gottesdienst gemeinsam die Fürbitten betet, dann betet sie für andere; für die kleine Welt der Leute ringsum und die große Welt und ihre vielen Nöte. Sozusagen mit der Bibel in der einen und der Zeitung in der anderen Hand, meint Altfried Rempe in dieser Folge Denn vieles aus Zeitung und Nachrichten und Online-Medien beschäftigt ja die Menschen, die das in der Kirche versammelt sind. Solche Fürbitten will auch der Fürbitten-Newsletter des Bistums anbieten, den über 3.000 Leute abonniert haben.
Links zur Folge:
Den erwähnten Fürbitten-Newsletter gibt's hier.
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Transkript anzeigen
00:00:04:
00:00:10: Ich bin Altfried Rempe, Pastoralreferent und freier Mitarbeiter bei Himmelwärts & Erdverbunden.
00:00:17: Damals konntest du ganz sicher sein wenn der Pastor oder die Lektorin im Gottesdienst eine bestimmte Formel gesprochen hat kommt von der Gemeinde sicher die richtige Antwort.
00:00:28: So war das auch in den frühen siebziger Jahren ganz neuen Elementen in der katholischen Messe bei den Fürbitten.
00:00:35: Die Reform nach dem zweiten vatikanischen Konzil hatte die ja als eigenes Element wieder in die Liturgie herangeholt, also das allgemeine Gebet der Gläubigen.
00:00:46: Und ganz schnell war diese Neuheit doch wieder in Formeln erstarrt!
00:00:51: Wir haben damals einen Scherz gemacht, der das gut belegt – dass du die Waschkraft des weißen Riesen stärken und vermehren wollest, sprich der Lektor, und ganz sicher antwortet die Gemeinde mit «Wir bitten dich, erhöre uns».
00:01:05: Weil die Formel ist ja erfüllt und anscheinend ersetzt sie das Zuhören und Verstehen.
00:01:12: Die Formel, dass du wollest – und noch verstärkt durch Stärken und Vermehren.
00:01:19: So konnte für alle möglichen Anliegen und Personen gebetet werden und die eine oder andere Gemeinde ist dann eben auf den weißen Riesen und seine gestärkte Waschkraft herangefallen.
00:01:31: Schade eigentlich!
00:01:32: Da war wieder eine Chance vertan….
00:01:35: Die Fürbitten sollten doch die Welt in den Gottesdienst hereinholen, die kleine Welt der Leute ringsum und die große Welt und ihre vielen Nöte.
00:01:43: Und natürlich auch die Kirche, Papst- und Bischöfe vor allem aber auch die anderen Gemeinden und die Schwestern und Brüder in den armen Kirchen.
00:01:52: Betet jederzeit im Geist!
00:01:54: Seid wachsam hart aus und bittet für alle Heiligen also für alle Christen Menschen überall.
00:02:00: so ermahnt der Epheserbrief – die Gemeinde am Ende Kurz vor dem Abschiedskurs.
00:02:06: Auch alle anderen Christinnen und Christen sollen also Thema der Fürbitten sein.
00:02:12: Über das eine oder andere wäre vielleicht zu diskutieren, für Papst und Bischöf und die ganze Kirche betet ja das Hochgebet in der Eucharistiefeier sowieso schon immer!
00:02:21: Aber dass es Gemeinden und ganzer Landeskirchen und Bistümer gibt, die dringend Hilfe brauchen – und schon deswegen auch das Gebet der Gemeinde hier ist doch klar….
00:02:31: Missio und Adveniat, Miserior- und Renovabisladen dazu immer wieder ein.
00:02:37: Wäre mir aber auch noch zu wenig Welt hereingeholt in die
00:02:41: Kirche.".
00:02:42: Ich muss da immer an das Bombo von Prof.
00:02:45: Walter Saphischer denken bei dem viele Trerateologinnen und Theologen fast alles über Liturgie und Gottesdienst gelernt haben.
00:02:54: Fürbitten hat der gesagt – für Bitten stehen nicht in Fürbit Büchern!
00:03:00: Für Bitten stehen in der Zeitung….
00:03:03: Vieles aus den Nachrichten und aus der Zeitung, heute auch aus den Online-Medien beschäftigt ja die Menschen, die da in der Kirche versammelt sind.
00:03:12: Sie könnten manches davon vor Gott tragen – und Gott sich selbst daran erinnern!
00:03:18: Idealerweise vielleicht sogar in sogenannten spontanen oder freien Fürbitten….
00:03:24: aber leider trauen sich nur wenige zu so öffentliche Versammlung zu sagen was und wen sie auf dem Herzen
00:03:29: haben.".
00:03:31: In der ganz frühen Kirche hat das wohl so angefangen.
00:03:35: Die Gemeinde versammelt sich, der Diakon oder die Diakonnin kommt dazu – vielleicht gerade ein wenig angestrengt von der letzten Hilfsaktion für Kranke und Arme draußen in der Stadt davon.
00:03:48: Von deren Not berichten sie kurz und die Gemeinde antwortet wohl mit dem Kyrie, mit dem Herr Abamelich und verbindet sich damit ausdrücklich mit denen da draußen denn es gerade schlechter
00:04:00: geht.".
00:04:02: Dazu kam sicherlich auch eine großzügige Spende in den Kollektenkorb.
00:04:09: Mit Not und Krankheit, mit Krieg und Gewalt sind Menschen heute anders in Kontakt – intensiver weltweit und täglich oft genug bis zum Geht nicht mehr.
00:04:20: Mehr sogar als nur in Kontakt!
00:04:23: Das Böse-und Schwere überall auf der Welt lässt manche ja kaum mehr ruhig schlafen.
00:04:29: Da ist es doch hilfreich das alles auch Gott hinzuhalten und sich selbst und all diese Lasten in Gottes liebevolle Hand zu legen.
00:04:38: Die Lasten bleiben dann vermutlich immer noch für die Menschen, die direkt unter ihnen leiden mehr als für die Beterin und Beta.
00:04:45: aber etwa aus der Ukraine hören wir immer wieder mal dass die Leute dort sich mitgetragen fühlen von unserem Gebet für sie in besonderen Friedensgebeten oder im ganz normalen Gottesdienst Und gefühlt erleichtert mein Gebet auch mich selbst, als hätte ich das Schwere noch auf Gottes Schulter legen dürfen.
00:05:08: Schon klar, dass Gott auch ohne unsere Fürbitte weiß wie viel und welche Not auf der Welt ist und welche und wie viele Menschen arm krank im Krieg oder sonst einem Elend sind – und selbstverständlich weiß Gott was mir auf dem Herzen liegt!
00:05:24: Aber im Gebet gilt ähnlich wie im Alltag manchmal es gut drüber geredet zu
00:05:29: haben.".
00:05:30: Und auch im betenden Gespräch mit Gott kann sich gelegentlich Neues auftun, eine andere Perspektive oder eine neue Idee in den Blick kommen.
00:05:39: Vielleicht ja auch in der Fürbitte für andere und auch im Gebet im Gottesdienst.
00:05:44: Andere Perspektiven – Gottes eigene Perspektives gehört sowieso auch dazu?
00:05:50: Gute Fürbitten der Gemeinde lassen großen Raum für Gottes Blick auf die Menschen, für die da gebetet wird oder auf die weiteren Themen.
00:05:56: Gott weiß was Nottut und welche Hilfe erforderlich wäre!
00:06:00: Es wäre überflüssig, Gott zu sagen was er oder sie tun soll als wäre unsere Fantasie der göttlichen Aufmerksamkeit und Liebe überlegen.
00:06:10: Es ist genug wenn betende Gemeinschaft mit den anderen entsteht übrigens auch mit Menschen oder auch Institutionen die Gutes tun und denen Gottes Geist und Gottes Kraft hilfreich sein kann und hilfreich ist.
00:06:25: Bleibt die Sache aus Balthasar Fischer's Bombo von der Zeitung, in der die Fürbitten stehen sollen.
00:06:32: WWW-Bistrundtree.de und ich haben damit eine Geschichte.
00:06:37: Sie beginnt Anfang der zweitausender Jahre.
00:06:39: Der Kollege Stefan Waal brachte damals seine Fürbieten Bücher für das jeweilige katholische Lesia heraus.
00:06:47: Auch die verzichteten darauf Gott zu sagen was zu tun sei fand ich schon mal gut.
00:06:53: Wahrheitsvorschläge schauten auf das jeweilige Evangelium des Sonntags und auf mehr oder weniger allgemeine menschliche Erfahrungen aus Familie, Nachbarschaft, Politik und Gesellschaft.
00:07:05: Solche Erfahrungen werden ja in der Lesung oft mit angesprochen – aber das blieb eben allgemein und irgendwie zeitlos!
00:07:13: Die Bücher sollten etwas länger haltbar sein als nur im
00:07:17: Erscheinungsjahr.".
00:07:19: Da konnte das Internet helfen und Stefan Waal hat an der Idee gern mitgearbeitet.
00:07:24: Fürbitten könnten doch jeweils aktuell aufgeschrieben werden, sozusagen mit dem Lektionar in der einen Unterzeitung in der anderen Hand.
00:07:34: Ja, das ist anatomisch ein bisschen schwierig – es ist ja auch nur ein Bild!
00:07:38: Und so entstand www.fürbitten.de.
00:07:41: Seit mehr als zwanzig Jahren liefert die Seite jeden Freitag und am Vortag von kirchlichen Feiertagen einen Fürbittenvorschlag für den Sonnen- oder Feiertagsgottesdienst und verschickt ihn per Newsletter an inzwischen über dreitausend Abos, in ganz Deutschland und Europa.
00:07:59: Pfarrer und andere für den Gottesdienst Verantwortliche benutzen diese Fürbitte oft einfach so wie sie da online stehen – häufig übernehmen Sie den Text gekürzt oder ergänzen ihn um Themen und Anliegen aus dem eigenen Umfeld.
00:08:14: Gut zwanzig Autorinnen und Autoren haben die Texte geliefert.
00:08:17: Acht sind es aktuell, ehrenamtlich engagierte Personen aus Gemeinden- und Liturgiekreisen sind und waren dabei Fahrer und andere pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
00:08:28: Das so viele mitmachen ist sehr wichtig weil niemand könnte ein solches Angebot allein stemmen Und vor allem weil so ist immer wieder neue Sprache zu hören werden neue Perspektiven sichtbar Auch wenn manche Themen natürlich bei einer Woche für Woche vorkommen, etwa Putins russischer Krieg gegen die Ukraine der immer weiter geht.
00:08:50: Was auch mal wieder die Frage stellt ob Beten hilft?
00:08:55: Ja ich glaube fest daran.
00:08:57: wie eben schon gesagt Ich spüre wie Gott die Last mitträgt die ich ihm dahin halte.
00:09:02: Ich höre dass etwa Menschen aus der Ukraine sich dafür bedanken das unsere Fürbitte ihre Anliegen und ihren Kriegsnot solidarisch vor Gott bringt.
00:09:12: Ich weiß, dass manche Leute sich ermutigen lassen zum eigenen Engagement bei Themen und für Menschen, für die da gebetet wurde.
00:09:21: Und wenn die Fürbitte in der Kirche nur geholfen hat, die eigene Not oder Trauer, Hoffnung oder Freude vor Gott zu bringen – Beten und Fürbitten hilft eben doch!
00:09:35: Himmel wär's und Erd verbunden überall wo es Podcasts gibt.
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