Der solidarische Pilger-Pater
Shownotes
"himmelwärts und erdverbunden” macht sich auf die Socken auf den Pilgerwegen Europas; zusammen mit Pater Andreas Müller aus Trier vom Orden der Vinzentiner. Der ist seit über 20 Jahren immer im Sommerurlaub auf den europäischen Pilgerwegen unterwegs, immer allein; Ende Juni bricht er wieder auf. Er hat einsame Etappen erlebt und Schlafsäle voll schnarchender Mitpilger, hat an „durchbeteten“ Orten Halt gemacht und unterwegs viel nachgedacht. Seit einigen Jahren verbindet er mit seinen Pilgertouren Spendenaktionen für soziale Einrichtungen in Trier – „solidarisch pilgern“ nennt er das. Über all das erzählt er im Gespräch mit Stefan Weinert – und Tipps für Pilger-Neulinge gibt’s auch.
Links zur Folge:
Pater Andreas Müller und der Vinzentinerorden (Webauftritt der Trierer Ordensniederlassung mit allgemeinen Informationen über den Orden).
Pater Andreas' Instagram-Account "solidarisch pilgern".
Sein Pilgerweg in diesem Jahr: der Chemin d'Amadour (französische Seite); eine deutschsprachige Seite gibt's bei Gironde Tourismus.
Das Spendenprojekt für dieses Jahr: die Beratungsstelle des Kinderschutzbund Trier.
Im Juni 2023 war Pater Andreas schon einmal zu Gast bei "himmelwärts und erdverbunden". In der Folge "631 Kilometer Benefiz-Pilgern" erzählt er von seinen Planungen für die damals erste "solidarisch-pilgern"-Tour auf dem Ignatiusweg in Spanien, zu Gunsten der "Villa Kunterbunt" in Trier.
Weitere Folgen von "himmelwärts und erdverbunden" zum Thema Pilgern:
- "Der Traum vom Pilgern. Bruder Antonius Joos unterwegs auf dem Camino de Santiago" (August 2024, von Julia Fröder)
- "Von der 'spirituellen Energie' der Wallfahrtsorte. Der Seelsorger und Pastoraltheologe Martin Lörsch erzählt von seinen Pilger-Erfahrungen" (April 2025, von Luisa Maurer)
Das Archiv mit allen Folgen von "himmelwärts und erdverbunden" gibt's hier.
Feedback gerne auch unter podcast@bistum-trier.de.
Transkript anzeigen
00:00:04: Himmelwärts und Erdverbunden, der Podcast aus dem Bistum Trier.
00:00:10: Ich bin Stefan Weynard von der Rundfunkarbeit im Bistuum Trier.
00:00:14: in dieser Folge von Himmelwerts- und Erdrbunden machen wir uns auf die Socken – auf den Pilgerwegen Europas!
00:00:21: Und zwar gemeinsam mit einem, der da ganz viel Erfahrung hat und der seine jährlichen Pilgerrouten mittlerweile unter das Motto stellt solidarisch Pilgern.
00:00:31: Er sammelt mit seinen Pilgerwegen nämlich Spenden für soziale Projekte.
00:00:36: Darüber und über die Faszination des Pilgerns, und über verschiedene Pilgerwege werden wir sprechen – über das Alleinsein unterwegs und darüber wie er sich schläft mit zwanzig schnarchenden Pilgarn im Schnaufsaal der Pilgerherberge.
00:00:50: Über all das wird er erzählen.
00:00:52: Pater Andreas Müller vom Orden der Vincentina in Trier.
00:00:56: Herzlich willkommen!
00:00:57: Dankeschön
00:00:59: Ja, Pater Andreas.
00:01:00: Führen Sie irgendwie Buch?
00:01:01: Wissen sie wie viele Kilometer Sie schon zurückgelegt haben als Pilger?
00:01:05: Ich führe keinen Buch aber ich habe mir tatsächlich dieses Jahr eine Europakarte bestellt im Internet und die auch bedrucken lassen... meine Wege durch Europa und habe die dann alle eingezeichnet mit Rotem Edding.
00:01:19: Und habe dadurch auch da mal angefangen nachzurechnen seit zwei Tausendvier, wie viele Kilometer es sind.
00:01:26: also ich bin so ungefähr bei siebentausendfünfhundert.
00:01:30: Meine Wege über Europa?
00:01:32: Es gibt ja ganz bekannte Pilgerwege am bekanntesten natürlich das Netz der Jakobswege.
00:01:38: Es gibt doch unbekannte.
00:01:40: welche Pilger wege sind Sie denn schon gegangen?
00:01:44: angefangen hat alles zwei tausend vier nach meinem Theologie Studium mit einer Etappe den letzten Vierhundert Kilometer auf dem Jakobsweg, auf dem klassischen französischen Jakobs Weg von Leon aus bis nach Santiago de Compostela um das Ganze mal so zu schnuppern.
00:02:01: Zu probieren ist das etwas für mich oder nicht?
00:02:04: Und es war dann der Startschuss und dann habe ich dann das Jahr danach die restlichen Kilometer auf dem klassischen Jakobsweg gemacht.
00:02:16: und dann habe ich angefangen zu schauen, was könnte es denn sein?
00:02:22: Ich bin zunächst einmal den Kamino der Norte, den Küstenweg gegangen.
00:02:27: Dann den Kaminopremitivo, den ältesten Jakobswig also Primitivo vom Alter nicht wie wir oft primitiv verwenden.
00:02:35: zur Zeit vor der Rückauberung der Ebene war das einer der wenigen Wege die von Oviedo begangen worden sind.
00:02:44: Rückeroberung,
00:02:45: da gucken wir jetzt ganz weit
00:02:48: zurück
00:02:49: zur rücker oberung
00:02:50: der iberischen halbinsel durch das christliche spanien
00:02:55: von den
00:02:56: mauren und man hat ja damals das auch mit der wallfahrt verbunden.
00:03:01: und da war der camino primitivo der erste weg über durch asturien und der ist aber dann auch ein bisschen aus der mode geraten weil pilger waren auch damals schon bequem und wenn die ebene zurückerobert ist, lässt es sich besser durch die Ebene pilgern als durch die Berge.
00:03:16: Und gut aber ein sehr schöner Weg nur in Anführung zwischen drei hundert siebzig Kilometer also gut in zwei Wochen zweieinhalb Wochen demnach wie fit sie sind zu gehen.
00:03:29: dann bin ich einmal in Trier gestartet und bin über Metz und Thul bis nach Versläh gelaufen.
00:03:36: auch
00:03:36: Jakobsweg?
00:03:37: Ja das ist ein Zubringer-Jakobsweg Pilger, die damals in Trier oder schon weiter durch Deutschland gekommen sind.
00:03:45: Dann habe ich am Ende des Schweizer Jakobswegs in Genf begonnen und bin von dort aus auch dann Richtung Le Puy au Velais gelaufen.
00:03:55: Dann gibt es einen südlichen Weg in Südfrankreich.
00:03:59: der beginnt in Arles über Toulouse bis an die Pyreneen.
00:04:03: den bin ich schon mal gelaufen einen Pilgerweg in Deutschland, das war im ersten Corona-Jahr.
00:04:11: Also ich mich nicht ins Ausland getraut hatte.
00:04:13: mein Pilger Weg und zwar beginnt er in Görlitz an der deutschpolnischen Grenze und geht über Leipzig, Ehrfurt, Naumburg bis an die hessisch-thürigische Landesgrenze nach Facher.
00:04:25: den bin ich dann damals im Corona im ersten Coronajahr gelaufen Im zweiten Corona Jahr den Rheinsteig von Wiesbaden bis Koblenz und dann in Verbindung mit dem Mosulkamino Also im Mosul-Jakobsweg, dann bis nach Trier.
00:04:39: Ich bin gelaufen in Spanien.
00:04:42: zwei Wege die jetzt nichts oder ein Weg der Nichts mit dem klassischen Jakobsweg zu tun hat sondern den Ignatiusweg vom Jesuitenorden wiederbelebt und ausgeschildert folgt den Spuren des heiligen Ignatios von seinem Geburtsort bis nach Manresa wo er dort seine Regel geschrieben hat ist auch so rund sechshundert Kilometer, aber genau in die andere Richtung wie die Jakobspilger laufen.
00:05:09: Es gibt dort eine witzige Stelle.
00:05:10: in Ndokronjo begegnet man den Jakobspelgern und da war das so dass ich eigentlich ein Schild hochhalten hätte können.
00:05:18: nein ich laufe nicht in die falsche Richtung weil alle fünf Minuten jemand entgegen gekommen ist und mir gesagt hat er sich in die Falsche Richtung gehen.
00:05:27: Also aus Sicht der Jagoswürre gibt es dann halt eben nur Santiago und alles andere ist da die falsche Richtung.
00:05:33: Auch in Spanien ein sehr interessanter Weg, vor zwei Jahren der Camino Olvidado, der vergessene Weg auch aus der Zeit in der die Ebene noch nicht zurückerobert war Ein Weg durch die Berge sehr einsam sehr herausfordernd.
00:05:48: Nicht nur die Strecke weil es wenig Infrastruktur gibt.
00:05:51: ich habe ihn dort den Dörfern übernachtet wo noch acht Menschen wohnen.
00:05:55: das ist dann Wenn man schon mal seine Gastgeber kennt, kennt man schonmal mehr als fünfzig Prozent der ganzen Bevölkerung.
00:06:03: Das passiert einem natürlich dann nur auf so wenig begangenen Wegen.
00:06:09: aber dann auch die Erfahrung dass man letzten Endes jeden Weg ja auch zu einem Pilgerweg machen kann.
00:06:17: Als man merkt von Pilgern ist es eine Leidenschaft.
00:06:20: Sie haben eben gesagt angefangen zwei tausend vier am Ende des Studiums.
00:06:26: Was war denn Ihre Ahnung, das Pilgern vielleicht was für Sie sein könnte?
00:06:31: Wo kam die her.
00:06:33: Ich habe viele Jahre vorher am Ende der Schulzeit mit achtzehn Jahren einen Schüleraustausch in Israel gemacht sechs Wochen und wollte immer mal wieder nach Israel, meine Gastfamilie dort noch einmal besuchen ein bisschen durchs Land auf eigene Faust.
00:06:53: Und da war halt eben im Jahr die politische Lage so, dass ich mir selber davon abgeraten habe – und alle anderen auch!
00:07:02: Obwohl verglichen mit heute waren es paradiesische Zustände.
00:07:05: Nichtsdestotrotz dann war das große Pilgerziel Jerusalem außen vor.
00:07:10: Nach Rom wollte ich nicht oder habe so gedacht, mehrere Wochen nach oder in Rom.
00:07:16: Es gibt zwar auch mittlerweile Pilgerwege in Italien aber die sind nicht so sehr attraktiv im Dunstkreis der Großstädte und dann ist halt eben nur Santiago übrig geblieben.
00:07:28: da hab' ich gedacht na warum nicht mal ausprobieren?
00:07:31: Also das war einfach eine Idee, das auszuprobieren.
00:07:36: Das war unmittelbar zum Glück noch bevor Das heißt zum Glück, aber ich bin halt eben noch in dem Jahr bevor das Buch von Harpe Kerkeling so eingeschlagen hatte.
00:07:46: Habe ich den Jakobsweg noch erlebt, bevor dieses Buch erschienen ist
00:07:51: und
00:07:52: der Weg in Deutschland halt auf einmal so populär geworden ist.
00:07:56: Und ja dann ist es eben nicht bei diesem Versuch geblieben.
00:08:00: Was fasziniert Sie so am Pilgern?
00:08:04: Mehrere Dinge.
00:08:04: Zum einen ist es, wenn man auf das spirituelle, auf das religiöse Element des klassischen Pilgern schaut, ist es natürlich einmal die Möglichkeit herunterzukommen mit mir selber und meinen Fragen mit Gott unterwegs zu sein so Schritt für Schritt Tag für Tag da passiert einiges, wenn sich die Sachen auch im ständig überlegt und nachdenkt, dann das faszinierende.
00:08:33: ich komme dort oder als Pilger kommt man an Orte wo klassische Touristen- oder Ausflügler schon nicht mehr hinkommen die erst einmal so versteckte Perlen am Weg sind.
00:08:47: Und aus der Sicht eines Pilgers auch oft uralte Gebetsstätten sind.
00:08:54: also wirklich seit Jahrhunderten manchmal seit fifteen, sixteenhundert Jahren Menschen beten.
00:09:00: Ich nenne die dann immer so durchbetete Orte und die haben eine wirkliche Faszination.
00:09:07: und viele Kapellen und Kirchen gerade auf Pilgerwing stehen ja auch an landschaftlich sehr exponierten Orten Und das ist dann schon etwas faszinierendes.
00:09:20: Das zu sehen, das spirituelle aber Kulturelle einfach zu erleben und diese Mischung auch zu haben zwischen Städten, Land, Betriebs- und Einsamkeit auf dem Weg.
00:09:35: Das ist halt immer wieder faszinierend.
00:09:40: Manches von dem was Sie jetzt genannt haben zu sich selbst kommen in Ruhe kommen das kann man ja auch beim säkularen Wandern.
00:09:48: Es gibt ja auch Fernwanderwege.
00:09:52: Wo genau ist für Sie der Unterschied zwischen Wandern und Pilgern?
00:09:56: Ich glaube, er liegt beim Einzelnen.
00:09:58: Es gibt ja auch Menschen die die Pilgerwege einfach aufgrund ihrer Infrastruktur, aufgrund der Ausschilderung, auf Grund dessen dass sie landschaftlich interessant sind gehen und zunächst einmal das nicht mit einer christlichen oder sogar überhaupt eine spirituellen Verbindung tun.
00:10:16: ich glaube das liegt beim einzelnen.
00:10:18: also
00:10:20: Wo liegt es bei Ihnen dann?
00:10:21: Dass ich meine Tage mit einem Gebet beginne, dass sich auch unterwegs bete.
00:10:27: Also ich habe einen sehr neuen Zugang oder für mich ein ganz anderen Zugang zu einer sehr traditionellen Gebetsform im der katholischen Kirche des Rosenkanzgebetes gefunden.
00:10:39: Wenn man das aber mit dem Gehen verbindet kann man dort wenn man das ein wenig einübt mit dem Gebet und den Schritten und den Wiederholungen, die es ja auch hat einen Einklang schaffen.
00:10:52: Was man ja auch aus anderen Religionen kennen, das wussten ganz gebet wie Schächeln letzten Endes ein Mantra.
00:10:57: Man wiederholt das ja immer wieder und das glaube ich macht den Unterschied.
00:11:01: oder dass ich mir die Zeit nehme wenn eine Kirche, eine Kapelle irgendetwas offen ist dort auch ganz bewusst dann tatsächlich auf zu beten?
00:11:10: Auf der anderen Seite merke ich auch also ich sage zunächst einmal Niemandem, was ich bin oder was ich tue.
00:11:19: Weil ich das einfach auch für mich diese Zeit haben will und nicht eine Seelsorge-Virkatur machen will.
00:11:27: Also etwas egoistisch vielleicht?
00:11:29: Also sie legen nicht offen dass Sie Priester sind.
00:11:32: Nein!
00:11:32: Das ist genau das also zunächst einmal nicht.
00:11:35: Manchmal ergibt es sich... Oder man dreht es auch manchmal Leute die sagen das einem dann auf den Kopf zu.
00:11:40: Es ist auch ganz interessant.
00:11:42: Ich weiß nicht woher die das.
00:11:44: Ich habe ja kein Tattoo auf der Stirn, um wirklich auch diese Zeit für mich zu nutzen.
00:11:51: Aber die Menschen erzählen schon auch und merken irgendwo dass dieses tagelange gehen, auch wenn es für sie zunächst einmal ein Wandern ist und sie nicht in einer Gruppe unterwegs sind das einfach Fragen aufploppen oder auftauchen die auch bei einem Pilger auftauchten zum Nachdenken bringen.
00:12:15: und dann haben aber tatsächlich, das ist meine Erfahrung und da faszinierende diese Orte wo Menschen seit Jahrhunderten beten üben eine ganz eigene Faszination auf Menschen aus die den Weg auch aus nicht-spirituellen Gründen gehen.
00:12:33: Und die kommen trotzdem... Das erlebe ich dann in Gesprächen oder wenn man hört worüber sich sie so unterhalten auf sehr viele Fragen, die sage ich mal mit Gott und der Welt zu tun haben.
00:12:45: Es gibt ja auch Pilger-Pilgerinnen, die sind zu zweit oder in kleinen Gruppen unterwegs.
00:12:50: aber wenn ich das so höre sie ist der Typ Solo Pilger.
00:12:54: Solo Pilge weil ich einfach die Zeit nutze.
00:12:57: durch meinen Beruf meine Tätigkeit als Priester ist Kommunikation und Zuhören und Interaktion mein tägliches Brot Und ich genieße diese Wochen einfach, um wirklich nicht kommunizieren zu müssen.
00:13:13: Nicht interagieren zu mussten zumindest wenn ich es nicht will.
00:13:17: abends oder mal in einer Herrberge oder bei einer Pause ist das etwas anderes.
00:13:22: und ich möchte auch niemanden fragen in diesen drei Wochen wo ich meistens gehe wann gehen wir los?
00:13:28: Wann machen wir Pause?
00:13:29: hast du Hunger?
00:13:30: Hast Du Durst?
00:13:32: Also das ist schon etwas sehr befreiendes auch, wenn man wirklich mal auf niemanden anderen hören muss als auf den eigenen Körper.
00:13:39: Das ist auch ein Geschenk.
00:13:41: Stichwort Herberge nachts Schlafsaal in der Pilgerherberge oder Einzelzimmer in der Pension?
00:13:47: Das kommt auf die Herberger an!
00:13:51: Also verschiedene Sachen.
00:13:52: Ich habe in den letzten Jahren sehr einsame Wege, mir auch ganz bewusst ausgesucht der Camino Olvidado von dem ich eben gesprochen habe.
00:13:59: auf sechshundert Kilometern bin ich drei Pilgern begegnet Und so dicht ist er halt eben auch dann begangen.
00:14:06: Man trifft nicht viele Menschen, ein hervorragendes Netzwerk kleine Pilgerherbergen die in Orten von ehrenamtlichen Entschuss gehalten werden mit eingerichteten kleinen Küchen mit Nudeln Tomatensauce und auch Sachen abgepackt.
00:14:20: Das eine oder andere Mal geht es aber gar nicht anders als in einer Gaststätte, in einem Hotel, in einer Pension.
00:14:26: Klassisch zu übernachten, aber da bin ich nach all den Jahren auch weit davon entfernt also dass die Unterkunft allein entscheidet nicht über das Pilgerwesen.
00:14:36: Also das geht manchmal einfach nicht anders.
00:14:38: und da ich kein Zelt mitnehme Also Typ Zeltpilger bin ich definitiv nicht.
00:14:44: Ich möchte abends ein Bett und eine Dusche haben, das ist so mein Minimum.
00:14:48: Und wenn das funktioniert kann es halt eben auch mal variieren.
00:14:53: Ich hatte auch in Spanien schon auf einem Weg eine Pilgeherberge.
00:14:57: da war ich im Juli der erste Pilger für dieses Jahr und so hat diese Herberge einfach auch gerochen.
00:15:03: Und da habe ich die Tür wieder zugezogen, danke gesagt so innerlich und bin dann noch fünfhundert Meter weiter und hab mir im Betten Breakfast oder ich weiß nicht wie das auf Spanisch heißt, auf jeden Fall in einer Pensionenzimmer geholt.
00:15:16: Außer muffigen Herbergen was tören sie ab unterwegs?
00:15:20: Was tönnt mich ab unterwegs?
00:15:23: wenn Leute mit Musikpilgern laut auch Musik hören dann.
00:15:31: Aber gut, man muss ja da nicht in Höheweite weitergehen.
00:15:36: aber ich frage mich immer was hat man von dem Weg?
00:15:39: oder was machen die mit ihren Fragen?
00:15:41: Oder wollen sie die Fragen vielleicht auch nicht hören die ihnen einem dann geschehen wenn man sich ständig ablenkt Pilger auch nicht falsch verstehen?
00:15:50: Ich habe nichts gegen Pilger die Pilgern mit Gepäcktransport machen Wenn der Gepäcktransport tatsächlich der gleiche Rucksack ist wie die Tage, die das tun auch den Rucksacks dabei haben.
00:16:02: Wenn dann aber vom Taxi der Koffer in die Herrberge gebracht wird und diese Leute mit dem Föhn die Waschräume blockieren und sich frisieren und machen und tun und man sich so vorkommt wie in einem klassischen Urlaubstomizil.
00:16:15: dann und am anderen Morgen wird wieder der Kaffee rausgerollt.
00:16:20: Es törnt mich einfach ab, wenn Menschen sich nicht darauf einlassen können das auch zu erleben.
00:16:28: Zum Pilgern gehört halt eben auch mal nicht alles so genauso zu haben wie im Wohnzimmer oder im Badezimmer und im Schlafzimmer zu Hause
00:16:36: Sollte ja eigentlich von beim ganz normalen Urlaub so sein, aber lassen wir da
00:16:41: alles abtönen.
00:16:43: Schnarrischer sind natürlich immer das Thema, aber man hört sich ja nie selber.
00:16:48: Ich weiß nicht ob ich vielleicht auch zu denen gehöre die die Zimmer zersägen?
00:16:52: Das kann schon auch nervig werden.
00:16:55: Aber da ist interessanterweise was viele Leute nicht auf dem Schirm haben sind große Schlafzähle besser als kleine.
00:17:02: warum?
00:17:03: Wenn sie in einem klassischen Jakobsweg auf dem französischen unterwegs sind und schlafen, haben zwanzig Leute im Schlafsaal, schnarst einer immer.
00:17:14: Dann ist das Geräusch auf einem Level.
00:17:17: Wenn Sie aber mit nur vier Leuten oder drei in einem Raum schlaven und einer schnarcht, dann geht das alle Augenblicke mal und mich hindert es am Einschlafen.
00:17:32: In einem großen Schlafsaal ist das so wie in...
00:17:35: Da war der Zündergrund gerollt.
00:17:37: Die Spitze ist immer da, gefühlt oder gehört und das macht es dann ein bisschen besser.
00:17:44: Aber vielleicht auch der Grund für die einsamen Wege, dass man das nicht hat aber vielleicht auch den Preis für die Einsamenwege oder die ruhigere Nächte, dass es abends im Narbergend tatsächlich leer ist oder einsam ist?
00:18:00: Ich auch die Erfahrung jetzt in den letzten Jahren hatte, dass ich wirklich an mal zwei Tage auch gar niemanden gesehen habe.
00:18:08: Also die Harbeiten hatten dann einen Schlüsselbox am Eingang und ich hab niemandem gesehen, die Verpflegung stand da oder konnte man dort kaufen in so einem SP-Laden und ich habe einfach auch unterwegs dann also ja schonmal zwei komplette Tage niemanden sehen oder gehört.
00:18:28: Und das ist dann halt eben der Preis, der ruhige Nacht.
00:18:32: Aber den Preis können Sie zahlen?
00:18:34: Ich
00:18:34: zahl ihn gerne!
00:18:36: Also aus ganz verschiedenen Gründen.
00:18:37: Einsame Wege haben natürlich auch ihre Vorteile.
00:18:42: Es gibt keine Rangelaien in den Heerbergen.
00:18:44: oder bekomme ich einen Platz... Wenn man es erst einmal in ein Ort schafft findet man eine Unschlafmöglichkeit.
00:18:53: Die Tappen sind natürlich länger.
00:18:55: Das ergibt sich dann halt einfach so
00:18:57: abgesehen vom Beten.
00:18:59: Haben Sie sowas wie feste Rituale?
00:19:02: Also morgens erst den linken Schuh anziehen oder so irgendwas?
00:19:06: Nein, also nach ein paar Tagen fängt ja immer der Rücken- oder die Schultern tun dann mal weh weil es ist eine andere Belastung obwohl ich jetzt mittlerweile schaffe mit knapp sieben Kilo Gepäck zu Pilgen und dann kommt das Wasser halt eben oder die Verpflegung noch dazu.
00:19:23: Aber was ich mitnehme, sieben Kilo.
00:19:26: Und trotzdem ist es eine andere Belastung.
00:19:28: und dann ist so das Ritual, ist dann morgens eigentlich ... erst einmal in die Gänge zu kommen.
00:19:33: So wollte ich die ersten Schritte das einkroven, wie das heute so schön heißt oder so ja den ersten Kilometer einmal unter die Füße zu nehmen und zu schauen.
00:19:44: Ritual schon die Hydrierung also morgens tatsächlich darauf zu achten auch wenn es nicht immer einfach ist nach dem Aufstehen schon relativ schnell so ein Liter Wasser zu trinken weil das ist schon sehr ratsam also gut gut hydriert zu sein.
00:20:01: Sie haben am Anfang erzählt, auf welchen Wegen sie schon überall unterwegs waren.
00:20:07: Finden Sie da überhaupt noch neue Routen?
00:20:10: Ja
00:20:10: erstaunlicherweise auch wenn man in unserer heutigen Zeit ja immer mal wieder von den bösen Logaritmen hört.
00:20:16: Algorithmen so heißt es genau diese Suchmaschinen und interessanter Weise ploppen dann immer Mal wieder auch Wanderwege auf oder auch Dinge Viele Pilgerwege oder so Zubringerwege zu den Jakobswegen sind ja mit heiligen Legenden verbunden und das ist dann ganz interessant, dass sich immer mal wieder trotzdem etwas auftut.
00:20:41: Auf meiner Agenda stehen noch viele also die Wege gehen mir nicht aus.
00:20:45: Und welchen Weg werden Sie dieses Jahr unter die Füße nehmen?
00:20:48: Sie starten ja am achtundzwanzigsten Juni wieder für drei Wochen.
00:20:52: auf welchem Weg?
00:20:53: Der Weg Mit Sicherheit auch ein einsamer Weg, obwohl er gut beschildert und von den Tourismusbehörden auch begleitet wird.
00:21:03: So wie es aussieht ist der Germain d'Amadoure also wenn man hört in Frankreich, er beginnt in Syrelac-Syremère Und das ist so ungefähr hundertzwanzig Kilometer nordwestisch von Bordeaux an der Atlantiküste und zieht dann über Bordeau und einen vieler hervorragende Weinorte Kaure-Bajarak bis nach Roca Madur Rokamadur, eine der berühmtesten Wallfahrtsorte in Frankreich und trifft dort auf einen der Jakobswege die sich durch Frankreich ziehen und dann auf dem Weg in die Pyrenäen sind.
00:21:35: Mit einem kleinen Umweg weil ich das ein oder andere noch mitnehmen möchte werden es so in den drei Wochen ja knapp sechshundert Kilometer sein.
00:21:42: Sie
00:21:43: haben eben gesagt viele Pilgerwege sind mit alten Legenden verbunden.
00:21:47: was ist die Geschichte beim Schommardammadur?
00:21:51: Es steckt ein bisschen in einem Zielort, also der Rock der Fels.
00:21:55: Die Kirche dort ist auch in einen Felsen reingebaut und der Armadur ist der Heilige um den es dort geht, auch wenn es ein Marienwahlfahrtsort ist.
00:22:03: Der ist ein Einsiedler dort gewesen aber interessanterweise sagt die Legende dass er der Partner von Veronica war, die Jesus das Schweißtuch gereicht hat und die dann aufgrund im Rahmen der ersten Verfolgungswelle der jungen Kirche in Palästina geflogen sind.
00:22:22: Und mit einem Schiff wie das bei vielen dieser Legenden ist an der Atlantiküste in Syrlachsio Meer gestrandet sind und dort begonnen haben zu missionieren.
00:22:31: Veronica ist dann der Legende nach gestorben und ist auch glaube ich in Bordeaux oder auf einer Kirche in Dordog.
00:22:38: auch ihr Grab soll dort sein.
00:22:42: Und Amadur ist halt eben weiter bis zu diesem Punkt, wo heute Rockamadur isst und hat dort als Einsiedler gelebt und daher kommt... bin noch nicht so tief in der Geschichte drin.
00:22:54: das kommt dann unterwegs immer ein bisschen aber dann hat es mit einem dort eine Marienfigur auch zu tun.
00:22:59: und dass man im dreizehnten zwölften Jahrhundert irgendwann um den Trierum auch seinen Grab dort gefunden hat in anderen heiligen Geschichten auch halt eben, dass so seine Geschichte ist.
00:23:13: Und daher der Chame d'Amadur.
00:23:15: also es dreht sich vieles um diesen Mann.
00:23:17: ja und der Weg folgt angeblich das ist aber natürlich nicht nachzuvollziehen von der Antike bis heute.
00:23:24: dem Weg den er damals auch gegangen ist folgt aber mittelalterlichen oder auch früh christlischen Siedlungsorten.
00:23:32: also das kann schon sein.
00:23:34: ob das aber jetzt alles
00:23:35: D.h.,
00:23:36: jeder Fußstritt, dann auch der gleiche ist das Wage ich zu bezweifeln.
00:23:40: Das muss auf diesen Wegen nicht so sein.
00:23:42: Rockamadur ist ein bekannter Wallfahrtsort.
00:23:47: Diese Route dieser Weg?
00:23:49: Ist es auch ein alter Weg oder ist er erst in jüngerer Zeit?
00:23:52: Nein,
00:23:52: das ist ein Alterweg.
00:23:54: Den gibt's schon länger.
00:23:55: Er wird jetzt, wo das Pilgern auch das wandern, aber gerade auch das Pilggern sehr ... Prominent oder auch beliebt geworden ist, entdecken das natürlich auch Gegenden für sich.
00:24:08: Dort die Gironde Gegend und die Departements haben einen sehr guten, fast schon im Taschenbuch, Format.
00:24:15: Pilgerführer gibt es für den Schimmer Damatur mit den Etappenvorschlägen, mit den Unterkünften.
00:24:20: Es gibt keine Pilgerherberge auf diesem Weg weil dafür sind's zu wenige.
00:24:24: Das lohnt sich nicht.
00:24:26: Man muss halt eben in kleinen Gasthöfen, Pensionen, Bauernhöfen die sich darauf einrichten.
00:24:32: Auch einmal auf einem Campingplatz in einem Fass übernachten.
00:24:37: Also da darf man auch so einen Weg nicht wählerisch sein.
00:24:39: also die Beschilderung was ich sehe ist sehr gut.
00:24:42: es gibt auch einige Videos die ich mir schon angeguckt habe um auch so die Ausrüstungsfrage zu klären die Schufrage zu klaren welchen Welchen Wanderschuh ich jetzt brauche, ob Halbschuh oder Knöschel hoch.
00:24:55: Das wird auf diesem Weg nichts sein weil er nicht so schrecklich viele Steigungen ist.
00:25:01: Es ist kein Mittelgebirgsweg.
00:25:03: Das wäre nämlich meine nächste Frage gewesen.
00:25:06: So wie ist der Topograph?
00:25:08: Wie viel Höhenmeter?
00:25:09: Oder ist das eher flaches?
00:25:10: Ich
00:25:10: glaube auf den ganzen sechshundert Kilometern habe ich dreitausend Höhenmeters.
00:25:16: Das ist moderat zu schaffen.
00:25:19: also ich sage mal eine Wie hier in der Dreherecke, ja ich glaube wenn man hier an den Moselsteig geht kommt man auf mehr Höhenmeter.
00:25:30: Sie werden wie schon seit einigen Jahren ihren Pilgerweg dieses Jahr verbunden oder haben ihn schon verbunden, haben dazu schon aufgerufen mit einer Spendenaktion.
00:25:44: Sie nennen das solidarisch Pilgern.
00:25:48: zunächst mal die Kampf zu der Idee.
00:25:51: Zu der Idee kam es, als ich sonntags morgens auf dem Weg zum Gottesdienst war Radio an im Auto und kam ab Jahr eins die Sendung einfach himmlisch.
00:26:02: Und sie haben darüber berichtet Ich glaube Es war im Hund zurück dass eine Gruppe sich auf den Weg macht von dort aus den auf den Jakobsweg zu gehen und Die Haben das verbunden und Das war der Grund des Berichtes Mit einer Patenschaft, die Menschen übernehmen konnten eine Kilometer-Patenschaft.
00:26:22: Also zum Beispiel fünf Kilometer ähnlich wie bei Läufen oder so an Schulen.
00:26:28: Bei Kindern kennt man das ja dann, die einen Kilometerlauf machen und die Eltern und alle Beteiligten der Schule werden können, dass dann Sponsoren für auch ein Projekt oder die Schulkasse oder... Und da ging es darum!
00:26:41: Da habe ich gedacht, was die können kann ich auch?
00:26:45: Das war der zündende Gedanke.
00:26:49: Es war allerdings drei Wochen bevor ich losgehen wollte, also ich hatte damals meinen Weg, das war der Ignatius-Weg in dieser Pilgerweg in Spanien von Loyola aus und musste dann relativ schnell einen ein Projekt finden, mit dem ich das dann verbunden habe.
00:27:10: Also ich hatte mir das so vorgestellt, ja ich mache das auch.
00:27:12: und kann man einen Kilometer Sponsoring machen, fünf Kilometer für einen Euro für einen Kilometern und ob da wer mehr machen will, kann mehr machen.
00:27:23: und irgendwie kriege ich es dann auch so hin und... Da ich auch mal im Klinikum Mutterhaus hier in Trier in der Seelsorge gearbeitet hatte, kannte ich die Villa Kunterbund diese Einrichtung für Nachsorge oder für schwerkranke Kinder und ihre Eltern.
00:27:40: Und hatte dort den Leiter dann halt eben Angehörer rufen, weil ich ihn kenne und gesagt, ich würde brauchen Projekt dass sich ferne bespenden würde.
00:27:49: das sind solche Einrichtungen ja nie traurig die freuen sich wenn jemand kommt hatte aber mir schon gedacht oder aus anderen Gründen weiß ich auch von meinem Studium, dass sie weiter ein solches Projekt runterbricht und je konkreter man wird desto greifbarer ist das für die Menschen.
00:28:08: Also zu sagen nur, ich pilge für den Wähler-Kunterbund ist okay, aber wenn das Greifbarere wird, dann war es damals die Elternwohnung in der Wählerkunderbund, wenn Eltern eben auch mal einen Rückzugsort brauchen und vom Klinikum und ihre Kinder trotzdem noch dort sind.
00:28:27: Und diese Elternwohnung ist halt eben auch Spenden finanziert, das war damals so der erste Idee mit selbst gemachten Flyern.
00:28:35: also das ging dann alles auch noch etwas halb professionell oder provisorisch.
00:28:42: aber die Idee war geboren war halt dann auch auf einmal ein ganz anderes Pilgern, auch noch mal als es vorher war.
00:28:52: Was war anders?
00:28:54: Ich habe mir dann überlegt die Leute wie nehme ich sie mit weil die sind ja hier zu Hause und ich bin unterwegs in Spanien oder in Franka spendet ja niemand für ein Projekt hier in ein lokales Projekt hier entriege Und habe dann gedacht, naja, dann sind es halt eben die sozialen Medien und auf Facebook oder Instagram.
00:29:16: Dann halt eben einen Kanal...und dann ist es der Instagram-Kanal geworden solidarisch Pilgern wo ich halt abends Bilder der Etappe ein kurzes Video, wo die Leute mich dann wirklich Etape für Etapp mitgehen können verfolgen hört sich so etwas negativ an, also mitgehen können oder das einfach so mitverfolgen können.
00:29:40: Aber das ist natürlich mit Arbeit verbunden!
00:29:42: Sie müssen die Bilder alle einmal durchgucken.
00:29:46: wenn sie dort sitzen und gerade ein kleines Video besprechen dann kriegen sie einen Sitz in der Pension, da kriegen sie gerade Essen hingestellt und kann es nochmal neu machen.
00:29:56: Dann läuft grade die Katze durch oder der Hund bellt... Das ist ja alles etwas ist aber auch das Leben.
00:30:02: Aber es ist dann natürlich anders.
00:30:04: und auch an dem einen oder anderen Tag hilft es schon bei der Motivation, also wenn der Pilgerblues mal so reinkommt und den habe ich jedes Jahr man pilgert ja nicht nur bei gutem Wetter oder es sind ja nicht Nur schöne Etappen und da sind auch Nicht nur Etappe wo die Beschilderung so perfekt ist Wenn eines dieser Dinge nicht funktioniert Ist das noch okay?
00:30:27: Oder es kommt ja auch Mal vor wenn bei mir zwar sehr selten dass man sich eine Blase läuft oder wirklich irgendwas zwickt.
00:30:34: Und wenn das dann in Summe mehr wird, wenn es dann auch noch anfängt zu regnen und sie sind schon müssen nur einen Umweg von drei Kilometern gehen oder es fällt ihnen auf, dass sie den gehen müssen.
00:30:44: Ah, dann ist es schon auch eine Motivation zu sagen okay hier stehen jetzt auch Leute und ein Projekt dahinter.
00:30:51: also das ist nun mal so.
00:30:52: dann ein kleiner push dann einfach also dass ich mir auch noch mal sagen kann wofür ich das jetzt eigentlich mache.
00:31:00: so manchmal frage ich mich unterwegs es kommt immer mal die frage warum kannst du nicht urlaub machen wie andere?
00:31:09: Das passiert immer mal wieder diese Frage.
00:31:12: und damit in sozialen Projekten ist es dann so, dass ich sage ja weil ich das auch dafür mache.
00:31:16: Und da hilft das so an wenn diese Momente... Da sind nicht viele aber sie ist... Ich würde lügen wenn ich sagen die sind nicht einmal da.
00:31:26: gerade wenn Sachen nicht so richtig funktionieren oder die Unterkunft nicht so den Vorstellungen entspricht all das.
00:31:34: dann hilft das ein bisschen wenn man weiß wofür man es auch tut außer für sich selber.
00:31:38: Wie oft waren Sie bisher jetzt schon solidarisch pilgant unterwegs?
00:31:43: Zwei Mal erst, also weil ich letztes Jahr habe eine Pause vom Solidarisch-Pilgern gemacht.
00:31:49: Weil ich mal sehen wollte wie es wieder ist ohne abends diese Pflege zu betreiben.
00:31:55: das war auch wiederum schön aber ich muss sagen es hat mir etwas gefehlt.
00:32:00: Also die Idee ist dann schon des solidarischen Pilgerns einfach mit meinem Hobby was das Pilgern ja ist, etwas Gutes zu tun.
00:32:11: Ich gehe die Strecke sowieso.
00:32:14: Die Arbeit, die damit verbunden ist, ist natürlich ein Projekt zu suchen oder zu finden und da muss es dann auch der Funke überspringen.
00:32:24: Das muss ja ein Projekt sein wo ich für brenne.
00:32:31: Sonst ist es der Aufwand, der drum herum betrieben wird einfach zu groß.
00:32:36: Das ist schon eine Menge im Vorfeld.
00:32:38: An Anschreiben, an Flyern, an Plakaten... Wo kommen die hin?
00:32:42: Wo werden Spendenboxen aufgestellt?
00:32:44: Gibt es die Spenden-Boxen überhaupt schon?
00:32:46: Also so da sind die gemeinnützigen Organisationen, die dann in Frage kommen auch ganz anders aufgestellt.
00:32:53: Manche haben eine Medienabteilung oder haben Leute ... professionell begleiten, einem viel abnehmen.
00:33:02: Andere wiederum nicht.
00:33:03: oder die sind dann halt eben so auf ihre Arbeitskräfte auch angewiesen dass ich denen noch nicht zusätzlich Arbeit machen möchte.
00:33:12: das ist ja auch immer das.
00:33:13: und aber wie gesagt letztes Jahr hat mir das dann schon gefehlt und deswegen war dieses Jahr dann relativ schnell danach oder letztes jahr relativ schnell klar für dieses Jahr auf jeden Fall wieder mit einem sozialen Projekt in Verbindung
00:33:26: zu.
00:33:26: Und für welches Projekt sind Sie entbrannt, dieses Jahr?
00:33:30: Entbrannt bin ich dieses Jahr für den Kinderschutzbund in Trier mit seinem Haus die Borek ein Ort für Kinder weil ich auf einer anderen Charity Veranstaltung saß eine nette Dame beim Abendessen neben mir und hatte mir haben wir so ein bisschen erzählt und sie sagte mir dann dass sie die Vorsitzende des Trägervereins ist vom Kinderschutzbund hier in Trier.
00:33:53: und ich habe dann so gefragt, ach und wo?
00:33:57: Wo ist ihr Haus oder wo ist das?
00:34:00: Und da hat sie mich angeguckt.
00:34:01: Da hat sie gesagt, in ihrer Nachbarschaft!
00:34:04: Also ich wusste dass es die Bohre gibt in unmittelbar zu zweihundertfünfzig Meter entfernt von unserem Haus von den Vincentinern dachte aber immer es sei eine Kindertagesstätte ein Kindergarten sowas und wusste hatte nie so genau die Fassade gelesen oder den Schaukasten auch.
00:34:22: Und er hat gesagt, ich fand sie halt eben auch in ihrer Art wie sie dann davon erzählt hat sehr faszinierend.
00:34:29: und da war, ich komm mal vorbei und dann schauen wir mal und dann hatte ich denen halt eben so ein bisschen erzählt vom ersten Pilgern wo ich das gemacht habe für die Bielakunderbund vom zweiten Pilgarn ist das für obdachlose Frauen beim Sozialdienst katholischer Frauen hier im Trier gemacht ein Projekt gefunden oder ich bin auch einfach für die Arbeit dort sehr, sehr entbrannt.
00:34:54: Wenn es auch schlimm ist dass die Arbeit überhaupt gemacht werden muss aber wie das dann so oft ist die Leute die man dort trifft die hauptamtlichen die ehrenamtlichen sind so motiviert und brennen etwas für Kinder und Jugendliche machen zu können Und dann einfach auch zu sehen, wie sehr die trotzdem auf Spenden angewiesen sind.
00:35:18: Also das ist... sind immense Summen, die einfach ja ein Teil wird halt eben von der Stadt oder vom Kreis wird zahlt übernommen, aber halt eben es bleibt doch ein großer Betrag am Ende des Jahres übrig.
00:35:33: Was genau macht der Kinderschutzbund dort in der Burg?
00:35:36: Der Kinderschchutzbund begleitet zunächst Kinder und Jugendliche.
00:35:41: Es gibt eine Beratungsstelle für die ich auch dieses Jahr mein Projekt mache.
00:35:47: In der Beratungstelle können zunächst einmal Kinder entweder allein und Jugendlich oder mit ihren Familien sich.
00:35:56: Es gibt Seminare für Stressbewältigung, es gibt Seminnare bei Essstörungen.
00:36:00: Es gibt konkrete Hilfsangebote einfach dass jemand da ist der zuhört und es gibt begleiteten Umgangs.
00:36:09: Es wird beim Kinderschutzbund auch eine Wohnung oder ein Wohnzimmer unterhalten wo wenn es bei Scheidungsfällen die Erwachsen nicht mehr hinbekommen sich die Kinder gut übergeben zu können, dass der Kinderschutzbund diesen Ort zur Verfügung stellt.
00:36:29: Es gibt die Nummer gegen Kummer also ähnlich der Telefonsäelsorge wo zwei Büros mit Telefonen halt eben sind wo die ehrenamtlichen Ehrendienst tun.
00:36:39: es gibt die Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen die auch konkret sag ich mal wenn's gravierender wird in Missbrauchsfällen oder Gewalt Wenn Kinder sexualisierte oder andere Gewalt erleben, es gibt Sozialarbeiter und auch Psychologen die wenn ein Verdachtsfall ist in die Schulen oder in die Einrichtungen gehen um die Kinder.
00:37:05: Also wenn der Verdachtsfall von Lehrern oder von Erzieherinnen kommt, dann gehen sie in die einrichtungen und schauen wie erleben Sie die Kinder?
00:37:15: aber so wie ich das verstehe in Kognitut oder als Vertretungslehrer, weil Opfer schützen auch immer trotzdem ihre Familien oft.
00:37:28: Die Kinder wissen dann nicht, dass das jemand vom Kinderschutzbund ist und er erleben echt bleibt.
00:37:36: Das sind eben so Sachen die ... die alle immer wieder aufbloppen.
00:37:42: oder es sind auch Kinder, die kaum über die Möglichkeit eines Freizeitangebotes verfügen.
00:37:50: Da werden sehr viele Workshops in den Sommerferien gemacht und die Arbeit ist sehr vielschichtig aber auch in einem hoch sensiblen Bereich sobald eben die Erfahrung von Gewalt und Missbrauch mit dazukommt.
00:38:07: Also ein ganz breites Angebot und doch mal für was genau, weil sie haben eben gesagt man muss es möglichst konkret machen.
00:38:14: So eine spendende Aktion.
00:38:16: also für was in diesem breiten Angebot sind Sie dann unterwegs?
00:38:21: Konkret
00:38:21: für die Beratungsstelle beim Kinderschutzbund ist erst vor wenigen Jahren, ich glaube vor zwei Jahren geschaffen worden auch mit einer Sozialpädagogin die halt eben zunächst einmal Anlaufstelle ist und dann auch entscheidet, welche konkreten Projekte entweder für einzelne oder auch für Gruppen von Kindern und Jugendlichen gemacht werden können am Bedarf orientiert.
00:38:48: Dass man jetzt nicht sagt, man macht jetzt etwas für Kinder, die Gewalt erlebt haben und sie bräuchten eigentlich etwas für kinder die Mobbing in der Schule erleben.
00:39:00: Und aufgrund der Kontakte und aus der Beratungsstelle werden dann erst die Angebote gemacht.
00:39:07: Und deswegen ist es so wichtig, weil die Beratungssstelle braucht auch vierzigtausend Euro pro Jahr an Spenden um finanziert werden zu können also am Eigenanteil.
00:39:18: Ich erlebe das ganz oft.
00:39:19: Das ist auch toll dass Organisationen Stiftungen Service Clubs sagen wir wollen ein Projekt finanzieren Aber es ist natürlich so, die Projekte nutzen einem ja nichts.
00:39:30: Wenn man niemanden mehr hat der sie begleitet und der sie macht und er sie plant.
00:39:34: Und deswegen ist es halt eben auch so wichtig diese Stelle den Zuschuss zu ermöglichen, weil das muss tatsächlich auch ein Teil der Personalkosten für diese Stelle müssen überspenden finanziert werden.
00:39:48: Das habe ich mir halt dieses Jahr zum Ziel gesetzt.
00:39:57: An Eigenmittel, also an Spenden.
00:39:58: Nur
00:39:58: für die Beratungsstelle?
00:39:59: Nur genau!
00:40:00: Für diese Beratungsschelle... ...viertzigtausend Euro.
00:40:03: Wie viel davon wollen Sie epilgern?
00:40:06: Ja aufgrund der Erfahrungen in den letzten Jahren und das kommt ja auch dann dazu dass durch so etwas wie diesen Podcast oder auch Interviews für einfach himmlich Zeitung, Bistumsmedien erarbeitet man sich ja auch einen Ein Netzwerk und das wird ja dann größer.
00:40:27: Beim ersten Mal waren es siebentausend Euro, beim zweiten Aktionen waren es elftausend Euro.
00:40:34: Und da habe ich dieses Jahr einfach gedacht, ich schau mal die Summe raus.
00:40:38: Das mein Pilgerziel sind zwanzigtausend Euro.
00:40:40: Also die Hälfte dessen was der Kinderschutzbund in Afghanistan... Das
00:40:43: wusste ich damals noch gar nicht dass es das ist.
00:40:45: aber ich hab' einfach so für mich gedacht also man wächst ja auch mit seinen Aufgaben und manchmal denken ja auch Leute okay boah wenn der wirklich in zwanzichtausend Euro hat dann hau ich auch etwas drauf!
00:41:00: Dieses größer Denken ist nicht immer ein Fehler, gerade auch im Bereich von Spendenakquise.
00:41:06: und ja das war dann eben dieses Jahr die Idee einfach mal den nächsten Schritt zu tun.
00:41:13: Und wer sie jetzt dabei unterstützen will sozusagen nochmal zum System der kann zb sagen für jede Etappe die Sie gehen es sind wie viele Etappen sind's?
00:41:24: Zwanzig!
00:41:25: Zum Beispiel für jede Etappe gebe ich den Betrag X. Ja
00:41:30: Ich habe eine Firma tatsächlich, die haben das genauso gemacht.
00:41:35: Die haben gesagt wir spenden für jeden Kilometer einen Euro-Fünfzig.
00:41:39: also die haben neunhundert Euro gespendet.
00:41:42: andere beweisen einfach fünfzig Euro oder zwanzig Euro oder zehn.
00:41:46: Also dass es jeder Euro hilft.
00:41:50: Die Idee ist also klar so wie die die Firma das gesagt hat.
00:41:54: aber man kann auch wenn man fünfzig euro Ich sponse da mit zehn Kilometer A-Fünf Euro.
00:42:03: Das liegt ja ein bisschen in der Interpretation des Einzelnen, also ich habe jetzt nicht jeden Kilometer durchgetaktet und gesagt, er ist noch frei oder zu haben.
00:42:14: Das würde glaube ich über das hinausgehen was sinnvoll ist.
00:42:19: Solidarisch Pilgern wissen Sie vielleicht schon jemanden...
00:42:24: Also
00:42:24: sie sind ja angesteckt worden damals?
00:42:27: von anderen, die das auch so machen über den Radiobeitrag.
00:42:30: Haben Sie mitbekommen ob sie jetzt wiederum vielleicht auch schon andere angesteckt haben?
00:42:34: Leider nicht!
00:42:36: Das wäre schön.
00:42:37: also das ist es so eine Sache die die die konkrete Spendenaktion ist dass eine Frau Bergmann vom Sozialdienst katholischer Frauen hatte vor zwei Jahren zu mir gesagt Patta Müller natürlich sind wir froh mit den Spenden Aber sie schaffen ja auch ein Problembewusstsein für obdachlose Frauen in Trier oder in der Region.
00:43:00: Menschen nehmen ihre Flyer in die Hand, die hören davon – auch wenn Sie vielleicht dieses Jahr nichts spenden aber es wird ein Problem-Bewusstsein geschaffen ähnlich wie bei der Burg jetzt.
00:43:09: ich habe mich da selbst dabei ertappt dass ich jahrelang dort vorbeigegangen bin ohne zu wissen was dort geschieht.
00:43:15: Viele Menschen wissen gar nicht, wie notwendig das in unserer Stadt oder auch im Landkreis ist.
00:43:20: Dass der Kinderschutzbund arbeitet und das schafft ein Bewusstsein.
00:43:25: Und dann das dritte ist natürlich dass ich gesagt habe ja vielleicht denkt er der eine oder andere bohr wir haben einen ein Fußball-Tunier und spenden für jeden elf Meter etwas oder für jedes geschossene Tor.
00:43:36: Oder auch so einen Klassiker beim Golf-Tunnier, könnt ich mir vorstellen, wo ich kein Golf spiele, dass das gut funktioniert?
00:43:44: Ich glaube wir denken manchmal zu kompliziert und jeder von uns hat ein Hobby mit dem man etwas Gutes tun kann.
00:43:52: Und da möchte ich die Menschen so ein bisschen motivieren weil wenn es eh etwas ist was mir Spaß macht!
00:43:59: Und damit dann noch anderen Menschen auch zu helfen oder irgendetwas hineinzubringen, ist einfach etwas Fantastisches.
00:44:05: Wir denken manchmal zu kompliziert und denken, boah wenn ich jetzt so eine Spendenachse und das ist Arbeit und das... Wann soll ich das noch machen?
00:44:12: Neben Beruf, Familie und allem was ich eh schon habe?
00:44:16: aber wenn man es über dieses psychologische Trick aber es ist ja nichts Unfaires zu sagen hier warum nicht mehr etwas zu gucken was mir Spaß macht und dass da noch damit zu verbinden, wie bei mir zum Beispiel ich würde diesen Weg ja auch gehen jetzt Pilgern ohne die Aktion.
00:44:34: Und von daher ist das echt so ein Ding auch so einen Solidaritätsgedanke und für mich natürlich auch dass ich sagen kann Ja es gibt viele Menschen die für dich stellt sich nicht die Frage was tu ich in den Rucksack wenn ich pilgern gehe oder welche Schuhe ziehe ich an?
00:44:52: Die leben in Situationen da Sie können sich diesen Luxus des Pilgerns nicht leisten.
00:45:00: Das ist ja auch ein Privileg das tun zu können und so dann auch da etwas Solidarität zu zeigen auf diese Art und Weise.
00:45:08: Dieser Solidaritätsgedanke, der steckt ja tief drin bei Ihnen.
00:45:12: also ein anderes Beispiel sie waren in dem Jahr zwanzig nach der großen Flutkatastrophe unheimlich aktiv für Flutopfer im Trierer Stadtteil Errang.
00:45:23: Sie sind Ordenspriester, wir hören zum Orden der Vincentina gegründet vor etwa vierhundert Jahren vom heiligen Vincenz von Paul.
00:45:34: Dieses soziale Engagement wie steht das in Verbindung mit der Spiritualität ihres Ordens?
00:45:40: Sehr!
00:45:43: Vincenz von Paul hat immer auf die konkrete Not von Menschen reagiert und er gilt ja auch als Begründer oder Patron der organisierten Caritas Und von daher organisierten nächsten Liebe.
00:45:58: Also Menschen tatsächlich eine Notsituation zu sehen, ihnen konkret zu helfen aber dann auch sie in die Freiheit zu entlasten und in die Eigenverantwortung.
00:46:06: also nicht Menschen jetzt ihr ganzes Leben lang.
00:46:10: es gibt Menschen die brauchen das auch Aber es gibt auch Menschen die wieder in die in die Verantwortung hineinzugeben, also ein Netzwerk zu schaffen und dann aber auch weiterzugehen.
00:46:21: Also nach der nächsten zu schauen... Das ist bei mir so.
00:46:26: der Gedanke deswegen nicht jedes Jahr für die Villa Kunderbund oder jedes Jahr den Sozialdienst katholischer Frauen sondern immer mal wiederzuschauen Netzwerk zu schaffen oder auch ein Bewusstsein zu schaffen und dann auch zusammen.
00:46:43: Okay, ich habe jetzt meinen meine Arbeit hier getan und das wird nicht meine Organisationen oder mein Projekt sondern Ich bin wieder weg und öffne mich dafür für das nächste.
00:46:56: Und gerade bei der Fluthilfe in Erang wo ich von meiner Gemeinschaft aus das Gesicht war weil ich viel dort war aber das waren ja ganz andere Summen.
00:47:08: Wir haben damals tatsächlich für zweihunderttausend Euro Hilfsgüter verschiedenste Art nach Iran geschafft und am Anfang, es ging los damals mit Waschmaschinen und danach haben die Leute nur noch eine Gutschein für eine Waschmachine oder ein Gutsschein vom Elektro-Händler bekommen um sich halt eben selber zu helfen.
00:47:29: Am Anfang haben wir auch sehr viel Putzmittel und Sachen gekauft, hingebracht weil die Menschen einfach so Traumatisiert waren.
00:47:38: Später konnte man konkret fragen, was brauchen Sie denn?
00:47:41: Oder die Leute auch wieder einen Gutschein in die Hand drücken und sagen gehen sie doch und kaufen sich, was sie brauchen.
00:47:48: Auch so das Solidarität oder auch so konkrete Hilfe kann ja auch etwas sehr bevormundendes haben.
00:47:55: So ich weiß jetzt, was du
00:47:56: brauchst.".
00:47:58: Und das ist halt eben auch sehr tief bei uns drinnen verwurzelt, aus dieser Zeit wirklich den Menschen ernst zu nehmen.
00:48:06: Aber ihn auch... Das ist ja etwas sehr Bibliches zu fragen wie Jesus Bartolmeus gefragt hat was soll ich dir tun?
00:48:15: und nicht Ich heile dich jetzt sondern wirklich den menschenzufangen Was brauchst du denn?
00:48:19: Und dass es so in diesen Solidaritätsgedanken der Der vincentinischen Spiritualität hat eben auch tief verwurzelt und liegt mir halt sehr nahe, weil das dann keine Abhängigkeiten schafft.
00:48:35: Sonst birgt es immer die Gefahr, dass man zum Guru einer Organisation oder so, dass die Menschen abhängig von einem werden.
00:48:46: Zum Ende hin kommen wir noch mal zurück zum Thema Pilgern.
00:48:52: ob mit oder ohne Spendenziel auf einen längeren Pilgerweg machen will.
00:48:58: Was sind die drei wichtigsten Ratschläge, die Sie mit auf den Weg geben?
00:49:05: Gute Frage!
00:49:06: Ich kann es vielleicht aufteilen.
00:49:09: also es gibt drei gute Ratschläge für die Ausrüstung.
00:49:13: weniger ist mehr ist der erste gute Radschauffahrt.
00:49:16: sie müssen alles tragen auf gar keinen Fall an Schuhen und Strümpfen sparen.
00:49:25: Also da wirklich gucken was brauche ich, was tut mir gut?
00:49:28: Jetzt nicht die Menge an Strümpfen sondern einfach da auch tatsächlich auszutesten Und mich auch einzulaufen also das auch auszuprobieren.
00:49:39: Das ist der zweite Block.
00:49:41: sich gut überlegen Was möchte ich oder was für ein Mensch bin Ich erst einmal mit wie viel Einsamkeit komme ich klar mit wie viel allein sein.
00:49:52: Und beim Pilgern stille heißt nicht, dass mich durch Zufall mal jemand zehn Minuten nicht anruft.
00:50:00: Stille beim Pilgen heißt nicht das ich zehn Minuten mal keine Nachrichten bekomme sondern halte ich das wirklich aus mit mir und was in mir dann hochkommen kann mit diesen Gedanken auch einmal einen halben Tag vielleicht oder ein paar Stunden allein zu sein.
00:50:19: Wenn ich das nicht kann, ist es vielleicht gut einen dichter begangenen Weg zu wählen wo ich das sehr viel besser dosieren kann.
00:50:31: Da treffe ich wieder jemand den ich vorher schon mal gesehen hatte hab abends herbeigen den ich mich irgendwo anklicken kann Austausch habe und so halt eben Stück für Stück in eine Einsamkeit hineinkommen Und vor allen Dingen nie die Frage zu stellen Wie viele Kilometer waren es denn am Tag?
00:50:51: Das Pilgern ist kein Marathon und Pilgarn ist kein Hochleistungssport.
00:50:59: Es kann eine Etappe mit fünf Kilometern geben, die sehr gut ist demnach was auf den Weg passiert, was hin mir passiert.
00:51:06: Und das kann auch mal sein dass es eine sehr lange werden muss um einfach Sachen rauszulaufen oder auch mal an die Grenzen zu kommen.
00:51:13: aber die Frage Wie lange war die einzelne Etappe, finde ich persönlich.
00:51:20: Sollte man sich nicht stellen und auch nicht stellen lassen weil das führt in die falsche Richtung.
00:51:26: Tipps zum Pilgern stellen wir in die Show Notes natürlich ebenso Infos zum Chomard Amadur den Pater Andreas dieses Jahr gehen wird.
00:51:36: Wir stellen in die show notes natürlich Infos vom Kinderschutzbund Zu dem Spendenprojekt von Pater Müller und natürlich, wie man ihm da finanziell unterstützen kann.
00:51:46: Wir stellen in die Show Notes natürlich ein Link zu den Vincentinern Und wir verlinken auch andere Folgen unseres Podcasts Himmelwärts-und Erdverbunden zum Thema Pilgarn.
00:51:56: Da gab's nämlich schon Die eine oder Andere.
00:52:00: Ganz zum Schluss Was wünscht man sich als Pilger?
00:52:03: Wie grüßen Sie sich Pilger?
00:52:04: also ich weiß auf dem Jakobsweg Wünscht man sich ja Buen Camino, also einfach einen guten Weg.
00:52:10: ist der Wunsch universell oder gibt es da noch andere?
00:52:14: In Portugal würde man sagen Bom Camino.
00:52:18: Aber auf Deutsch das gleiche?
00:52:19: Ja das Gleiche!
00:52:21: In Frankreich wird ich auch Pilger immer damit grüßen.
00:52:26: wenn ich jetzt Leuten begegne sage ich versuche ich einfach Hallo oder Bonjour Bonnastias, Bomdia zu sagen.
00:52:36: Interessanterweise sagen dann Menschen oft Boncamino also so als Gruß mit auf den Weg was ich dann ganz schön finde.
00:52:46: und dann gibt es noch dem bekannten Reise- und Pilgersägen aus Irland.
00:52:52: Möge die Straße dir freundlich entgegen kommen.
00:52:54: möges du den Wind immer im Rücken haben.
00:52:56: möge die Sonne warm auf dein Gesicht scheinen und der Regen sanft auf deine Felder fallen bis wir uns wiedersehen.
00:53:04: Möge Gott dich schützend in seiner Hand halten.
00:53:07: Pat Andreas Müller, herzlichen Dank und Buen Camino!
00:53:11: Vielen Dank!
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