Balanceakt Muttersein
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir mit Johanna, zweifacher Mutter – eine Frau, die gelernt hat, sich selbst nicht zu verlieren. Johanna erzählt, warum sie sich bewusst Auszeiten ohne Kinder und Mann nimmt: zum Schwimmen, zum Musikmachen, für ihren Glauben oder einfach, um neue Kraft zu tanken. Sie berichtet ehrlich von Momenten, in denen selbst der Einkauf zur Herausforderung wird, wenn ein Kind krank ist – und von Tagen, an denen sie sich Zeit lassen kann und alles im Fluss ist. Sie spricht darüber,
- wie sich das Hin‑ und Hergerissensein zwischen Familie und eigenen Bedürfnissen anfühlt
- warum Johanna bei all den Ratschlägen von außen vor allem auf ihr eigenes Herz hört
- welche Rolle ihr Glaube spielt und wie er ihr hilft, Vertrauen und Gelassenheit zu finden
- wie sie ihren Kindern vermittelt, dass Mama zwar mal weggeht, aber mit neuer Energie zurückkommt
- warum sich ihr zweigeteiltes Leben inzwischen wie ein Ganzes anfühlt. Eine Folge über Selbstfürsorge, Glauben, Familienchaos und die Kunst, im Alltag ein Zuhause zu finden.
Transkript anzeigen
00:00:04: Himmelwärts und Erd verwunden.
00:00:06: Der Podcast aus dem Bistum Trier.
00:00:10: Mein Name ist Luisa Maurer, Pastoralreferentin von der Rundfunkarbeit im Bistuum Trier.
00:00:16: Kennst du das?
00:00:16: Dass du dich manchmal hin- und hergerissen fühlst richtig zwischen den Stühlen zwischen all den Aufgaben Rollen und Funktionen die Du als Person zu erfüllen hast.
00:00:27: Und irgendwie muss man alles unter einen Hut bekommen.
00:00:30: so geht es mir jedenfalls manchmal.
00:00:33: Vor Kurzem ist mir eine Frau begegnet, die sich diese Herausforderung in ganz besonderer Weise stellt.
00:00:39: Und zwar jeden Tag aufs Neue als Mutter.
00:00:43: Johanna ist zweiunddreißig Jahre alt und zweifache Mutter.
00:00:47: Aber Johanna isst eben so viel mehr als nur Mutter.
00:00:51: Sie macht gerne Musik sie schwimmt gerne sie hat Freundinnen und Freunde und ein Leben auch vor dem Mutter sein.
00:00:59: Da kann man sich durchaus die Frage stellen wo bleibe ich?
00:01:02: Und ich ganz persönlich bekomme das momentan in meinem Freundeskreis vermehrt mit.
00:01:07: Das junge Eltern sich fragen, wo bleibe ich und wie geht es eigentlich zusammen?
00:01:12: Und was hat all das eigentlich mit meinem Glauben zu tun?
00:01:16: Diesen Fragen gehe ich heute mit Johanna als Gesprächspartnerin in dieser Folge Himmelwärts-und Erdverbunden nach!
00:01:23: Denn Johanna hat sich in diesem Jahr an den K- und Ostertagen entschieden, zum ersten Mal mal etwas mehrtägiges ohne ihre Kinder zu machen.
00:01:33: Sie hat an den k- und ostertagenden jungen Kirche für Jugendliche und junge Erwachsene teilgenommen und mal zu Hause vier Tage lang sich mehr oder weniger frei genommen – und echte Zeit für sich gehabt!
00:01:47: Schon letztes Jahr war Johanna punktuell an diesen Tagen immer wieder da.
00:01:51: Dabei hat ihr das gemeinsame musizieren und vor allem die Gemeinschaft mega viel Freude bereitet.
00:01:57: Und dann hat sie sich gedacht,
00:01:59: nächstes Jahr möchte ich es auch mal machen egal wie?
00:02:03: Dann ist der Gedanke natürlich über ein Jahr gereift und als es an Zutrehen ging habe ich mich dann angemeldet und hab gesagt hier diese vier Tage wäre ich gerne da dabei in dieser Gemeinschaft.
00:02:16: und mein Mann hat dann gesagt... Kannste machen, aber komm nachts bitte nach Hause.
00:02:22: Deswegen habe ich nicht übernachtet, aber den Tag an sich dort
00:02:26: verbracht.".
00:02:28: Gesagt getan!
00:02:29: Der Plan wurde geschmiedet die Betreuung wurde geklärt und Johannes Mann hat natürlich auch seinen Teil dazu beigetragen dass das alles so geklappt hat.
00:02:38: Es hat sehr gut geklappt.
00:02:40: der Großen ist ja fast vier da konnte es gut erklären
00:02:46: Hat halt sein Ding gemacht
00:02:47: und das hat gut geklappt.
00:02:50: Die Großeltern haben hier und da noch ein bisschen unterstützt, mein Mann dann auch gesagt hier Wenn was ist kommt vorbei wir machen Mittagessen oder was auch immer.
00:02:59: Das war gut.
00:03:01: Zeit für sich selbst haben Für die Johanna haben die nicht nur Mutter ist.
00:03:06: dass ist im Alltag manchmal gar nicht so selbstverständlich.
00:03:10: Ich habe mit Johanna darüber gesprochen ob sie sich auch manchmal hin- und hergerissen fühlt zwischen Mutter sein und sich selbst nicht verlieren.
00:03:19: Also das kann ich mit einem ganz klaren Ja beantworten, am Anfang von der Großen war es wirklich schwierig weil sie nur bei mir sein konnte also sie ist kaum bei irgend jemand anderem geblieben.
00:03:35: Es war super schwierig mit dem Schlafen egal ob tagsüber oder nachts.
00:03:42: Also da war ich froh, wenn ich irgendwie eine Stunde Musik machen konnte und selbst das hat manchmal nicht funktioniert.
00:03:47: Das wurde besser oder ist es auch jetzt sehr gut geworden?
00:03:51: Und der Kleine, der war von Anfang an irgendwie sehr pflegeleicht und von daher hat das dann so einiges wieder gut gemacht.
00:04:03: und da konnte ich auch früher, obwohl dann beide Kinder da waren, wieder Sachen machen wie Musikstunde Oder auch abends einfach mal mit einer Freundin essen gehen oder was trinken.
00:04:16: Oder auf dem Geburtstagabend ohne dass ich sagen musste, ah nee!
00:04:19: Ich muss aber um sieben daheim sein weil dann geht die große ins Bett und das klappt nicht ohne mich oder so... Aber diese Zerrissenheit zwischen ich bin Mutter und ich muss immer da sein Und wo ist eigentlich noch Platz für mich?
00:04:34: Die taucht immer wieder mal auf gerade auch in stressigen Situationen jetzt Umzug oder auch wenn, ich meine das kennt jede Mutter.
00:04:45: Wenn die Kinder krank sind oder irgendwie so halbkrank und nicht so hundert Prozent fit und nur an einem kleben und selbst das Einkaufen zur Herausforderung wird wann kriege ich das irgendwie gelegt?
00:04:56: Und jetzt muss ich doch einen mitnehmen oder vielleicht zwei aber ich wäre ja schneller wenn ich alleine gehen würde.
00:05:02: Das ist im Alltag schon herausfordernd.
00:05:05: Bei all diesen alltäglichen Herausforderungen kann ich mir durchaus vorstellen, dass sich das eigene Leben manchmal auch wie zweigeteilt anfühlt.
00:05:14: Mittlerweile nicht mehr.
00:05:16: Am Anfang dachte ich schon ... Als die Große auf der Welt war, dachte ich, krass!
00:05:22: So habe ich mir das überhaupt nicht vorgestellt.
00:05:24: Man hat ja irgendwie so romantische Vorstellungen.
00:05:28: Ich gehe mit den Kindern spazieren und alles ist super oder was man ... Ich sage jetzt mal in dieser Instagram-Welt, sieht was da alles passiert oder auch nicht passiert und alles ist super.
00:05:37: Und alles pflegeleicht und das war halt bei uns nicht so.
00:05:41: Da habe ich schon gedacht es ist nichts mehr übrig von dem was irgendwie vorher war weil wie gesagt ich konnte nirgends mehr hin ohne Kind oder dann immer unter Zeitdruck aber mittlerweile jetzt auch wo der Kleine da ist Symbiose.
00:06:00: Es ist so ein Geben und Nehmen, also ich bin tagsüber da und habe meine Sachen auf abends verlegt Musikstunde oder sowas oder Schwimmtraining.
00:06:13: beide wissen das mittlerweile und Das ist für die in Ordnung.
00:06:18: Und ja je älter die werden umso einfacher ist es auch denen zu erklären hier pass mal acht Die Mama geht jetzt Aber sie geht jetzt und kommt dann wieder.
00:06:29: Und dann hat sie vielleicht auch wieder Kraft getankt durch die Musik oder so, was auch immer.
00:06:36: Das Verständnis kommt und dann fügt sich das schon wieder zusammen.
00:06:41: Dann ist es nicht mehr
00:06:42: zweigeteilt.".
00:06:44: Johanna erzählt mir – auch wenn es immer wieder aufs Neue herausfordernd ist – alles unter einen Hut zu bekommen?
00:06:50: Hat sie für den Moment zumindest einen Weg gefunden ... mit dem hin- und hergerissen sein in ihrem Leben umzugehen.
00:06:58: Ich habe sie gefragt, welcher Rat ihr als junge Mama geholfen hätte?
00:07:03: Man muss bei sich bleiben!
00:07:05: Also ich hab gemerkt man kriegt ja super viele Ratschläge von außen probiert.
00:07:10: das macht es aufzustillen der braucht mehr essen was weiß ich was man alles hört oder gesagt bekommt.
00:07:19: aber man sollte das machen und auch in Bezug auf die Kinder, und auch auf sich was sich gut anfühlt.
00:07:27: Und ich muss auch ganz ehrlich sagen im ersten Jahr mit der Großen hat es sich nicht gut angefühlt wegzugehen.
00:07:33: also das war schon richtig da.
00:07:35: natürlich hat man sich gewünscht.
00:07:37: oh ich hätte gern mehr Freizeit oder ich würde gerne mal eine Stunde oder zwei irgendwie aus dem Haus gehen ohne ständig zu denken wo Gott du Gott das Kind.
00:07:45: aber wenn ich gegangen bin hatte sie sich auch nicht so gut angefühlte.
00:07:48: Da würde ich mir selbst raten weil sich zu bleiben und auch auf sein Gefühl zu vertrauen, dass das schon richtig ist.
00:07:57: Und dass das passt dann für den Moment.
00:08:01: Außerdem spielt für Johanna auch ihr Glaube eine wichtige Rolle in ihrem Leben.
00:08:05: Das ist ihr als Mutter wichtig ihren Kindern weiterzugeben.
00:08:08: Mir war wichtig, dass meine Kinder getauft sind.
00:08:12: Da war es zum Beispiel so, die Taufe von der Großen war ein Desaster.
00:08:17: So hat es sich für mich angefühlt.
00:08:19: Die hat nur geschrien, wir sind dann letztendlich von unserem eigenen Fest irgendwie als Erster abgereist mit schreiendem Kind.
00:08:26: Sie hat sich nicht eingekriegt.
00:08:28: Auch ihr Glaube ist mit ihr mitgewachsen und in die Rolle als Mutter hineinmitgewachsen.
00:08:33: Es hat sich auch dahingehend verändert dass ich eher den Glauben jetzt mit den Kindern versuche zu leben oder ihnen da auch das ... zu zeigen und ich weniger für mich in den Gottesdienst gehe, sondern jetzt machen wir andere Angebote Krabbel-Gottesdienste Kindergottes-Dienste.
00:08:55: Aber es gibt eine andere Perspektive.
00:08:58: Und die Kartage jetzt speziell.
00:09:01: Das war wirklich nochmal so ne Atempause wo ich auch gemerkt habe naja Ich kann das auch integrieren ohne Krabbel Gottesdienst, ne?
00:09:14: Und ich finde so der Glaube spielt schon eine Rolle.
00:09:17: Weil es gibt einem eine Basis und ein Fundament auf das man immer zurückgreifen kann.
00:09:22: Da brauche ich nichts drumherum Es ist immer jemand da!
00:09:28: Das hat schon auch geholfen.
00:09:31: Bei den vielen Dingen, die Johanna in ihrem Leben so unter einen Hut kriegen muss habe ich mit ihr darüber gesprochen wo und bei wem sie sich zu richtig Zuhause fühlen kann.
00:09:42: Wir waren jetzt mit meiner Familie im Elsass Und das war wirklich schön weil wir abends die Erwachsenen dann zusammengesessen haben Die Kinder haben geschlafen und es gab so schöne Gespräche.
00:09:57: Man hat sich so gegenseitig unterstützt mit den Kindern und zu allem.
00:10:01: Und das fühlt sich schon wie Zuhause an, also ich glaube schon dass das kein Ort ist sondern es ist ein Gefühl.
00:10:11: Ich glaub auch, dass viele nachvollziehen können Dass dieses familiäre freundschaftliche Umfeld dann ist was einem auch dieses Gefühl geben kann.
00:10:23: Liebe Johanna, vielen Dank, dass du in dieser Podcast-Folge zu Gast warst und dass du so viel von deinem persönlichen Alltag und auch von dem manches Mal hin und her gerissen sein mit uns geteilt hast.
00:10:35: Und von deinim Glauben der dich trägt, vom Vertrauen das immer jemand da ist – und natürlich auch von diesem Gefühl wo du zu Hause sein kannst!
00:10:47: Momentan ist es wirklich an so einem Punkt, wo ich sage, dass ich mich sehr wohl fühle.
00:10:52: Ich kann jetzt nicht kommen und gehen, wann ich will.
00:10:55: Das will ich auch nicht.
00:10:56: Aber ich habe zwei bis drei feste Termine unter der Woche, die ich einhalten kann.
00:11:03: Auch wenn was dazukommt, die für mich sind, einfach mit Kleinigkeiten zufrieden sein.
00:11:12: Kleine Schritte, kleine Begegnungen ... Momente, das ist schon unglaublich.
00:11:18: Was einem da auch geschenkt werden kann!
00:11:22: Die kleinen Momente im Alltag zu schätzen und auch immer mal wieder sich Kraft Inseln zu schaffen – egal ob mit einer Musikstunde oder mit einer kurzen Tour schwimmen.
00:11:34: Das nehme ich mir heute von Johanna mit.
00:11:37: Dann habe ich vielleicht das ein- oder andere Mal mehr Kraft für all die Herausforderungen, die in meinem Alltag auf mich warten… wo ich das Gefühl habe, dass ich viele Dinge unter einen Hut bekommen muss.
00:11:49: Dann ist das Leben vielleicht wirklich weniger zwei oder drei oder vier oder fünf geteilt bei all den Rollen und Funktionen die ich in meinem Leben so erfüllen muss.
00:11:58: Das wünsche ich mir am Ende dieser Folge für Johanna, für mich und für dich!
Neuer Kommentar